Witte Bolletjes II

Witte Bolletjes sind in den Niederlanden die Standardbrötchen. Leider sind sie meistens eine Enttäuschung. Das „Leider“ kann man getrost betonen und mit einem tiefen Seufzer begleiten, weil die Brötchen eigentlich total lecker sein können. Witte Bolletjes ähneln Milchbrötchen, sind allerdings weniger süß. Sie passen zu allerlei Dingen, herzaft und süß, und bilden eine Grundlage die gut zum niederländischen, süßen Gaumen passt.

WitteBoll2Start

Ich hatte die Witte Bolletjes schon einmal gebacken, war damals aber nicht mit dem Ergebnis zufrieden und habe das Rezept noch einmal angepasset. Bei meinem vormaligen Versuch war der Geschmack des gereiften Teigs zu intensiv, deshalb habe ich diesmal den Vorteig deutlich reduziert. Außerdem waren die Brötchen etwas zu trocken. Ein solide dimensioniertes Water Roux hat bei diesem Rezept genügend Feuchtigkeit in den Teig gebracht.

Mein Mitbewohner schwärmt von diesen Brötchen. Sie haben eine leichte Süße und einen angenehmen Milchgeschmack. Die feine Porung und das rundum weiche Brötchen machen es zu einer Leckerei. Man kann die Brötchen morgens und mittags essen, sogar zum Kaffee passen sie super. Der einzige Nachteil ist, dass die Brötchen innerhalb von zwei Tagen altbacken sind. Das kann man dann allerdings als guten Grund verstehen um am ersten Tag doppelt zuzuschlagen.

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Pâte Fermentée (1h & >24h-48h):

  • 200g Weizenmehl 550;
  • 110g Wasser;
  • 6g Frischhefe;
  • 4g Salz.

Den Vorteig vermischen, für eine Stunde bei Raumtemperatur gehen lassen und dann für 24 bis 48 Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

 

Water Roux (>4h):

  • 40g Weizenmehl 550;
  • 100g Wasser;
  • 100g Milch.

Wasser, Milch und Mehl kalt vermischen und auf dem Herd erhitzen bis die Weizenstärke bei 65° C verkleistert. Es geht relativ flott, deshalb sollte man rührend beim Herd bleiben. Sobald die Stärke verkleistert, die Hitze reduzieren; von der Hitze nehmen sobald die gesamte Stärke verkleistert ist. Das Water Roux für mindestens vier Stunden ruhen lassen. Ich koche es meistens am Tag zuvor und lagere es im Kühlschrank.

 

Hauptteig (60 Min. & 80 Min.):

  • Pâte Fermentée;
  • Water Roux;
  • 160g Weizenmehl 550;
  • 10g Frischhefe;
  • 4g Salz;
  • 40g flüssige Butter.

Zum bestreichen:

  • 30g flüssige Butter.

Alle Zutaten gut verkneten. Der Teig sollte schön glatt sein und den  Fenstertest locker bestehen. Durch den hohen Vorteiganteil muss auch nicht allzu lang geknetet werden.

Den Teig für eine Stunde zur Stockgare stellen, nach 30 Minuten einmal falten.

8 bis 12 Teiglinge abstechen, zu Brötchen formen und für 80 Minuten, bzw. bis zur Vollgare, gehen lassen. (Optional: Nach ca. 35 Minuten kann man die Brötchen mit sachter Gewalt platt drücken und anschließend mit Wasser abstreichen. Manch einer mag die Form dann lieber. Ich habe es hier nicht gemacht.)

Bei 230° C für 12-15 Minuten mit Dampf backen, ohne den Dampf abzulassen. Ziel ist es die Kruste so weich wie möglich zu halten.

Wer Lust hat, kann noch etwas Butter schmelzen und die Brötchen direkt nach dem backen dünn bestreichen.

Eet smakelijk!

 WitteBoll2Ende

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Burelaib

Um mein neues Versäuerungsprojekt gebührend zu starten habe ich mich einem Brot zugewandt, das sowieso schon lecker war und das ich auf diesem Blog bereits empfohlen habe: Das Burebrot von Lutz Geißler. Dieses Mal habe ich das Brot jedoch mit einem Mohnheimer Sauerteig angesetzt.

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Soll ich jetzt vom Ergebnis schwärmen? Soll ich sagen wie herrlich wattig die stabile Krume ist; welch milde, aromatische Säure sie aufweist? Soll ich erwähnen, dass mein Laib einen soliden Biss, eine kleine Porung und eine etwas zu schwach ausgebackene Kruste hatte? Soll ich schreiben, dass das Milcharoma ein untypisches, aber trozdem alltagstauglichen Weizenmischbrot hervorbringt?

Nein. Ich gebe Euch einfach das Rezept. Um all das zu erfahren, müsst Ihr das Brot schon selber backen.

BurelaibEnde

Mohnheimer Sauerteig (16h):

  • 105g Weizenvollkornmehl;
  • 105g Milch;
  • 21g Weizenanstellgut;
  • 2,3g Salz.

Ein Mohnheimer Sauerteig wird mit 20% Anstellgut und 2% Salz angesetzt. Er muss genauso lange stehen wie ein normaler Sauerteig; hier waren es 16 Stunden.

 

Hauptteig:

  • Sauerteig;
  • 290g Weizenmehl 550;
  • 135g Roggenmejl 1150;
  • 280g Wasser;
  • 70g Milch;
  • 8,7g Salz.

Alle Zutaten 7 Minuten auf niedrigster Stufe kneten, ohne voll auszukneten. (Im Originalrezept wird nur vermischt, aber ein kurzes Kneten verbessert die Teigstruktur deutlich.) Es folgt eine 90-minütige Stockgare, bei der nach 30 und 60 Minuten gefaltet wird.

Nun den Teig rundwirken und in einem gut bemehlten Gärkorb für 90 Minuten zur Stückgare stellen.

Den Laib bei 250º C mit Dampf für 10 Minuten anbacken. Anschließend den Dampf ablassen und das Brot für 40 Minuten bei 220º C kräftig ausbacken.

Genießt!

Brabantse Worstenbroodjes (ohne Wurst)

Es gibt sie in Brabant in jedem Supermarkt. Sie sind hier eine wahre und geliebte Spezialität. Jeder kennt sie, jeder hat eine Meinung über sie und viele Brabander empfinden sie als Teil ihrer Kulturidentität. Wie bei den Baguettes in Frankreich, gibt es in Brabant sogar einen Wettstreit, wer die Besten macht. Sie werden Morgens, Mittags und selbst zum Nachmittagskaffee gegessen: Worstenbroodjes, bzw. Wurstbrötchen. Wie es sich bei so einer allgemein geliebten Spezialität gehört, kann man sie als Billigvariante im Discounter kaufen. und in Luxusform beim Schlachter kriegen. Oder, man macht sie einfach selbst!

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Zugegeben, das war alles gar nicht so geplant. Dieser Beitrag zu Zorras und Susannas Bread Baking Day #73, sollte eigentlich eine Variante von weichen Brötchen werden, die ebenfalls typisch Niederländisch sind. Allerdings wurde ich am morgen des Backtages gefragt, ob ich nicht stattdessen Worstenbroodjes machen könne. Konnte ich. Zudem finde ich die Dinger selber verdammt lecker. Der typische Teig von Worstenbroodjes ist relativ mild, weich im Geschmack und fast süß, deshalb waren kleine Änderungen am Rezept ausreichend, um aus einem Teig für weiche Brötchen einen Teig für Worstenbroodjes zu machen. (Das Water Roux im Rezept war für die weichen Brötchen gedacht und ist für Worstenbroodjes wohl etwas übertrieben. Ihr könnt es getrost ersetzen, indem Ihr 50g Weizenmehl und 160g Milch zum Hauptteig hinzufügt.)

Der Geschmack hängt stark von der Füllung ab. Wichtig dabei ist, dass der Teig einen Kontrast zur Füllung bildet. Der Weizenteig funktioniert ein bisschen wie ein Papier auf dem die Füllung ihre Geschichte erzählen kann. Der Vorteig fügt nur ein paar unterstützende Aromen hinzu, die den Geschmack der Füllung nicht stören.

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Obwohl sie Wurstbrötchen heißen, enthalten sie gar keine Wurst. Stattdessen packt man eine lange Frikadelle in den Teig. Die Füllung sollte auf 500g Gehacktem basieren. Ob Ihr dafür jetzt (ganz traditionell) Halb-und-Halb oder (ganz modern) Sojaschrot benutzt, ob ihr es mit Senf oder Petersilie würzt, ob Ihr Omas Frikadellenrezept folgt oder googlet, ich überlasse es ganz Euch und Eurem Appetit. Ihr müsst lediglich beachten, dass die gesamte Füllung sich um die Pfundmarke bewegen sollte.

Vorteig (1h & >12h)

  • 200g Weizenmehl 550;
  • 108g Wasser;
  • 2g Hefe.

Die Vorteigzutaten vermischen, eine Stunde bei Raumtemperatur und für mindestens 12 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.

Water Roux (4-12h)

  • 40g Weizenmehl 550;
  • 100g Wasser;
  • 100g Milch.

Die Zutaten kalt vermischen und unter rühren aufkochen, bis das Mehl verkleistert und das Wasser bindet. Das geht relativ flott. Danach für mindestens vier Stunden abkühlen lassen. Ich koche das Water Roux immer am Vortag und lagere es im Kühlschrank.

Hauptteig

  • Vorteig;
  • Water Roux;
  • 260g Weizenmehl 550;
  • 50g Wasser;
  • 10g Hefe;
  • 8g Salz;
  • 40g geschmolzene Butter.
  • 1 Ei, zum bestreichen.

Alle Zutaten außer der Butter langsam verkneten. Nach 4 Minuten, oder sobald das Glutennetzwerk einigermaßen ausgebildet ist, die Butter hinzugeben. Anschließend den Teig auskneten und ihn 90 Minuten zur Stockgare stellen. Nach 45 Minuten habe ich den Teig einmal gefaltet. Gegen Ende der Stückgare kann man das Gehackte fertig mischen und zu 14 Würsten formen, die einen Durchmesser von ungefähr 1 cm haben.

Nun 14 Teiglinge abstechen und zu kleinen runden Scheiben ausrollen. Die Würste damit vollständig umwickeln und für eine halbe Stunde zur Gare stellen. Ich habe sie mit Schluss nach oben im Bäckerleinen gehen lassen.

Die Brötchen mit Ei abstreichen und bei 200º C für 30 Minuten backen.

Viel Spaß beim Genießen!

Bread Baking Day #73 – Brote aus aller Welt ~ Breads around the world                    Bread Baking Day #73 – Brote aus aller Welt ~ Breads around the world

Buchweizenmarmor mit Nussnougatcrème

Auf meiner Reise entlang aller Marmorkuchenrezepte, habe ich schon bei vielen wichtigen Stationen halt gemacht. Allerdings so manch ein häufig gebackenes Rezept fehlt noch. Ein Beispiel ist der Marmorkuchen mit Nussnougatcrème. Eigentlich würde ich um Industrieprodukte wie Nussnougatcrème ja einen Bogen machen, aber das Interesse hat mich nach längerem zögern doch zu diesem Rezept getrieben.

NougatcremeClose

Lediglich Nussnougatcrème zu benutzen war mir allerdings zu langweilig, deshalb habe ich auch Buchweizenmehl verbacken. Inzwischen weiß ich, Buchweizenmehl braucht viel Flüssigkeit, verdammt viel Flüssigkeit. Ich hatte gehofft, dass die Nougatcrème fettig genug ist, um das Buchweizenmehl feucht zu halten. Leider hat mich die Nussnougatcrème enttäuscht. Auch geschmacklich war die Crème auf der schwachen Seite. Man konnte irgendwie einen nussigen Geschmack ausmachen, aber deutlich war der Geschmack nicht. Der Rum hat sich dafür umso mehr gemeldet. Zur Verdeutlichung: 8g Rum haben 200g Nussnougatcrème dominiert. Mein Rezept für den dunklen Teil kann sicher noch verbessert werden, aber die Nussnougatrème hat keinen guten ersten Eindruck gemacht.

Der weiße Teil war dafür zufriedenstellend. Die viele Milch hatte zu einer fast flüssigen hellen Masse geführt. Diese ist dann im Ofen aber zu einer fluffig weichen Krume geworden. Danke liebe Milch!

Falls ihr wissen wollt, wie ich den Kuchen gebacken habe, hier die Zubereitung. Nachbacken solltet ihr ihn aber nicht. 🙂

Zutaten:

  • 4 Eier;
  • 60g Zucker;
  • 150g Butter (geschmolzen);
  • 400g Buchweizenmehl;
  • 1 Packung Backpulver;
  • 1 Prise Salz;
  • 300g Milch;
  • 70g Zucker;
  • 200g Nussnougatcrème;
  • 12g Kakao;
  • 8g Rum.

Den Ofen auf 180º C vorheizen und eine Kuchenform einfetten und mit Mehl ausstäuben. Mehl, Backpulver und Salz vermischen.

Eier und 60g Zucker schaumig schlagen, dann die geschmolzene Butter unterrühren. Nun die Mehlmischung unterheben und die Kuchenmasse auf zwei Schüsseln verteilen.

In der einen Schüssel die Milch und den restlichen Zucker mit der Masse verrühren, in der anderen Schüssel die Nussnougatcrème, den Kakao und den Rum mit der Masse verrühren.

Jetzt die Hälfte der hellen, flüssigen Masse in die Kuchenform geben. Anschließend die dunkle, zähe Masse in die Form geben und darauf den Rest der hellen Masse geben. Alles für 60 Minuten ausbacken.

(Ein Marmormuster braucht ihr nicht zu erzeugen, weil die Konsistenzen der beiden Massen zu verschieden sind um ein Rühren möglich zu machen.)

Schokoladenbrötchen

Irgendwie kam diese Idee in meinen Kopf als ich gerade ein vollkommen anderes schokoladiges Rezept gebacken habe: Ein Schokoadenbrötchen mit langer, kalter Führung, großen Poren, feuchter Krume und tiefem Aroma. Gedacht, gebacken!

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Nun, ja. Mit den großen Poren wollte es nicht so richtig etwas werden, aber das war letztendlich das Gegenteil von schlimm. Was ich nach dem Backen in Händen hielt, war ein Milchbrötchen mit dicken Schokoladenstückchen und weichem, vollem Aroma. (Ungelogen, mir läuft gerade, während ich an die Brötchen denke, das Wasser im Mund zusammen.) Das Rezept ist eine Abwandlung von Lutz Geißlers Präsidentenbaguette. Sein Rezept diente als Blaupause für eine lange, kalte, Aroma-produzierende Führung, die kaum Arbeit macht.

Diese Schokoladenbrötchen kamen recht dicht an was ich mir unter einem idealen Schokoladenbrötchen vorstelle: Milchig, schokoladig und mit weicher, brüchiger Kruste. Die Brötchen waren wenig süß und trotzdem in der Lage meinen Süßigkeitenreiz zu befriedigen. Die kalte Führung unterstützt das milchige Aroma der Krume, die den Schokoladengeschmack schön hervorhebt. So recht mit irgendetwas bestreichen wollte ich sie nicht, sondern ich wollte sie pur zum Kaffee genießen. Diese Brötchen mache bald noch einmal!

Pain_Schnitt

Die Zubereitung ist erstaunlich einfach.

Zutaten:

  • 360g Weizenmehl T65;
  • 240g Milch;
  • 7g Salz;
  • 2g Frischhefe;
  • 80g Zartbitter Schokoladenstückchen.

Zum wenden:

  • Milch.

(Falls ihr kein T65 zu Hause habt, kann es durch 290g Weizenmehl 550 und 70g Weizenmehl 1050 ersetzt werden.)

Alle Zutaten außer der Schokoade zu einem glatten Teig vermischen, dann die Schokolade kurz unterkneten. 60 Minuten Stockgare, alle 20 Minten falten. Nun kommt der Teig für 2 Tage bei 4º bis 6º C in den Kühlschrank.

Am Backtag den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und sechs Teiglinge abstechen. Die Teigline entweder zu Rollen und anschließend zu Batards formen, oder die Teiglinge rundschleifen. Der geformten Brötchen für 40 Minuten im Bäckerleinen zur Stückgare stellen.

Zum Schluss, die Schokoladenbrötchen in Milch wenden und bei 230º C im Ofen, ohne Dampf anbacken. Nach dem Einschießen, die Temperatur sofort auf 180º C senken und für 25 Minuten ausbacken.

Viel Spaß beim genießen!

Osterzopf mit Safran

Normalerweise bin ich etwas träge. Meine To-Do-Liste ist lang und von ständ neuen Ideen durcheinandergewürfelt. Dieses Mal war ich aber schnell – relativ jedenfalls. Vor Kurzem hatte Ketex seine Osterwecken vorgestellt. Ich liebe süße Weizenteige und Ketex hatte Safran in den Teig geknetet. Süß und ein unerwarteter Geschmack waren zwei schlagende Gründe das Rezept so schnell wie möglich nachzubacken. Nun ja, in Grundzügen jedenfalls. Außerdem habe ich zwei Zöpfe aus dem Teig gemacht, weil ich die lieber mag als Wecken.

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Mit dem Ergebnis war ich recht zufrieden. Der Safran ist zu schmecken, auch wenn ich den Geschmack jetzt nicht recht in Worte fassen kann. In jedem Fall lohnt es sich Safran einmal auszuprobieren. Ich habe relativ viel Sauerteig benutzt, weil ich den Vorteig im Originalrezept ohne viel Nachdenken mit Sauerteig ersetzt habe. Weizensauerteig sollte normalerweise einen Anteil von 25% nicht übersteigen. Mehr geht auch, schmeckt dann aber nicht mehr so gut. Meine Versäuerung lag bei satten 40%. Das war deutlich zu schmecken: Mein Osterzopf schmeckte leicht zitronig und etwas nach Joghurt. Mit anderen Worten er schmeckte wie milder Weizensauerteig. Zum Glück war der Zopf trotzdem lecker. Der Geschmack war angenehm süß, proteinstark milchig, hatte ein volles Aroma im Mund und einen leichte ungewöhnliche Note vom Safran. Falls ihr den Osterzopf nachbacken wollt, rate ich euch entweder auf das Originalrezept zurück zu greifen oder – noch besser – mit einem Sauerteig aus 100g Mehl, 50g Milch und 10g Weizenanstellgut zu arbeiten. 100g Mehl und 50g Milch sollten dann zusätzlich dem Hauptteig beigefügt werden.

 SafranzopfEnde

Sauerteig (TA 152, 16-20h):

  • 200g Mehl 1050;
  • 100g Milch;
  • Weizen-ASG.

Alle Zutaten verkneten und für 16 bis 20 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen.

 

Hauptteig (70 Min. & 90 Min.):

  • Sauerteig;
  • 300g Mehl 550;
  • 100g Milch;
  • 170g Sahne;
  • 0,05g Safran (eine Packung);
  • 50g Zucker;
  • 2 Eigelb;
  • 8g Salz.

Eistreiche:

  • 50g Milch
  • 1 Eiweiß;
  • 1 Prise Zucker;
  • 1 Prise Salz.

Alle Zutaten des Haputteigs miteinander verkneten. Der Teig ist klebrig und unelastisch, lässt sich aber gut formen. Den Teig für 70 Minuten zur Stockgare stellen, anschließend in 6 gleich große Stücke teilen, diese zu Strängen formen und zwei Zöpfe flechten. Die Zöpfe das erste Mal mit der Eistreiche abstreichen und für 90 Minuten zur Stückgare stellen. Den Ofen auf 220º C vorheizen, die Zöpfe ein zweites Mal mit der Eistreiche abstreichen und für 35 Minuten backen.

Marmorkuchen mit (lecker viel) Milch

Zufallstreffer sind das Beste. Dieser Marmorkuchen ist so einer. Danke lieber Zufall!

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Dieser Marmorkuchen war eigentlich Teil eines Experiments. Water Roux ist bei Broten ja gerade total hip, weil es mehr Feuchtigkeit in den Teig bringen, ohne die Bearbeitung wesentlich schwieriger zu machen. Für ein Water Roux wird ein Teil Mehl mit fünf Teilen Flüssigkeit vermischt (z.B. 30g Mehl mit 150g Wasser) und bis 65º C erhitzt. Ab dieser Temperatur bindet die Stärke das Wasser. Man erhält einen Schleim, der sich gut im Brot verarbeiten lässt, wie z.B. hier.

Auf den Trend musste ich natürlich aufspringen. Also hatte ich mich an einem Marmorkuchen mit Water Roux probiert. In meinem Fall habe ich 60g Mehl mit 300g Milch verkocht und zu 200g Butter, Zucker, Ei und 240g Mehl gegeben. So weit so gut, der Kuchen war nicht schlecht. Als Vergleich habe ich einen Kuchen mit den gleichen Zutaten gemacht, allerdings ohne Mehl und Milch zu einem Water Roux zu verarbeiten. Beides waren Marmorkuchen mit lecker viel Milch. Und, was bringt ein Water Roux?

Nichts. Echt nichts. Jedenfalls beim Kuchen bringt ein Water Roux gar nichts. Die Masse wird zwar etwas zäher, aber da doch alles in einer Backform landet und dort vom Ei gebunden wird, braucht man kein Water Roux. Schade. Das Water Roux hat dem Kuchen sogar ein kleines Bisschen geschadet. Die Krume beim Kuchen mit Water Roux war etwas fester als beim Kuchen ohne Water Roux.

Das Experiment war aber trotzdem ein voller Erfolg, weil der Vergleichsmarmorkuchen mit lecker viel Milch (und ohne Kochstück) mein derzeitiger Publikumsliebling ist. Die Krume ist sehr saftig, locker, schmilzt auf der Zunge und schmeckt gleichzeitig nach einem klassichen Marmorkuchen. Man bemerkt die Milch, aber der Gesamtgeschmack leidet nicht. Im Gegenteil, der Kuchen wird schön kakaoig, weil die Milch den Kakaogeschmack nach vorne trägt.

Noch ein kleiner Hinweis: Beim Backen in der Kastenform hat sich unten ein kleiner Strich festen Teiges gebildet. Wahrscheinlich weil die Kuchenmasse von all der leckeren Milch viel zu schwer geworden ist. Als Gugehupf war die Krume aber ohne Tadel.

Wie ich oben schon geschrieben hatte, ist dieser Kuche mein derzeitiger Publikumsliebling. Die Krume ist unschlagbar, weil sie saftig und fluffig ist, ohne fettig zu sein. Der Kuchen hat etwas Leichtes und gut sieht er auch noch aus. Er bekommt deshalb eine deutliche Nachbackempfehlung. Macht den Ofen an und probiert ihn aus!

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Das Beste, der Marmorkuchen ist ganz einfach zu backen:

Zutaten:

  • 200g Butter;
  • 200g Zucker;
  • 200g Ei (4 Eier Größe M);
  • 2 El Rum;
  • 300g Milch;
  • 300g Mehl;
  • 1 Prise Salz
  • 15g (1 Packung) Backpulver;
  • 3 El Kakao.

Zubereitung:

Die Butter cremig rühren, dann mit dem Zucker schaumig schlagen. Anschließend die Eier einzeln unter die Masse rühren. Rum zur Masse geben; Mehl, Backpulver und Salz vermischen. Nun in drei bis vier Schritten Milch und Mehl zügig unter den Teig mischen. Die Hälfte des Teiges in eine Kuchenform geben, den Kakao unter die andere Hälfte heben. Abschließend auch die Kakaomasse in die Form geben und alles mit einer Gabel einmal durchwirbeln. Den Kuchen für 60 Minuten bei 180º C backen.

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Demnächst werde ich noch mehr Milch in den Kuchen tun. Mal sehen ab wann es schief geht…

Nachtrag zum Christstollen mit Sauerteig

Vor einiger Zeit, passenderweise vor Weihnachten, hatte ich einen Christstollen mit Sauerteig gebacken, der leider nicht aufgehen wollte. Er war zwar lecker, aber doch etwas kompakt und klitschig.

Der Christstollen hat mich nicht losgelassen. Nach einer kleinen Recherche, habe ich die Lösung des Problems gefunden: Die Stückgare war zu kurz! Also, habe ich nicht lange gewartet, sondern einfach noch einen gemacht. Es hat funktioniert. Der zweite Stollenversuch ist aufgegangen. Zum Weihnachtsabend konnte ich schließlich den Sauerteigstollen mit seinem Hefeäquivalent vergleichen. Das Resultat?

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Der Hefestollen ging besser auf als der Sauerteigstollen. Der Sauerteigstollen lag vom Krumengeschmack zwar vorn, aber große Auswirkungen auf den Gesamtgeschmack hatte das kaum. Ein Stollen lebt halt von seinen kostbaren Zutaten und dem Geschmack, der langsam durch den ganzen Stollen ziehen kann. Gute Zutaten im richtigen Verhältnis, sorgfältig verarbeitet und eine lange Lagerung sind deutlich wichtiger als das Sauerteigaroma.

Fazit: Der Christstollen schmeckte so oder so super. Die Zutaten sind in einem guten Verhältnis und schmecken wirklich weihnachtlich. Alle Aromen von Rosinen, Rum, Früchten und Nüssen kommen ausgewogen zur Geltung. mit leichter Dominanz der Rosinen. Ein wirklich leckerer, empfehlenswerter Stollen. Ob man ihn mit Sauerteig oder Hefe treibt hängt von persönlichen Vorlieben ab. Wer es gerne locker mag, wählt Hefe. Wer stolz darauf ist mit seinem eigenen Sauerteig zu treiben oder wer leicht bessere Aromen einer kompakteren Krume vorzieht, wählt den Sauerteig.

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Und nun das erfolgreiche Rezept. Neben der längeren Stückgare, habe ich auch die Sauerteigführung (nach Marla im Sauerteigforum) optimiert.

Sauerteig (12h & 6h):

  • 50g & 100g Weizenmehl 550;
  • 50g & 100g Milch;
  • 10g Weizenanstellgut.

Rosinen-Mandel-Rum-Mischung (min. 10h):

  • 300g Rosinen;
  • 100g gehackte Mandeln;
  • 30g Rum;
  • kochendes Wasser.

Milk Roux (idealerweise min. 4h):

  • 30g Weizenmehl 550;
  • 150g Milch.

Hauptteig (4-5h Stückgare):

  • 250g Butter;
  • 75g Zucker;
  • 5g Salz;
  • 0,5g Zimt;
  • 0,5g Kardamon;
  • 0,5g Muskatblüte;
  • Mark einer Vanillieschote;
  • Milk Roux;
  • Sauerteig;
  • 400g Weizenmehl 550;
  • 50g Orangeat;
  • 50g Zitronat;
  • Rosinen-Mandel-Rum-Mischung;
  • 140g Marzipan.

Zum Bestreichen:

  • 50g geschmolzene Butter;
  • Puderzucker.

Am Tag zuvor das Anstellgut mit je 50g Mehl und Milch vermischen. Nach 12 bis 16 Stunden den Sauerteig noch einmal mit je 100g Milch und Mehl auffrischen und für weitere 4 bis 6 Stunden stehen lassen. Nach der Auffrischung sollte sich das Volumen verdoppeln. Um den Sauerteig optimal zu führen, achtet auf eine fallende Temperatur: 26 bis 28º C bei der ersten Stufen, 22 bis 24º C bei der zweiten.

Die Rosinen-Mandel-Rum-Mischung spätestens am Vorabend des Backtags ansetzten. Dafür Ronsinen und gehackte Mandeln in einer Schale vermischen, mit dem Rum bespränkeln und die Schale mit kochendem Wasser auffüllen.

Für das Milk Roux 30g Mehl und 150g Milch vermischen, erhitzen bis die Mehlstärke verkleistert, dann vom Herd nehmen und noch etwas weiterrürhren. Idealerweise sollte sich das Roux 4 Stunden setzen, man kann es aber auch sofort benutzen, wenn man es eilig hat.

Für den Hauptteig zunächst die Butter mit dem Zucker und allen Gewürzen schaumig schlagen. Dann den jungen Sauerteig, das Milk Roux und das Mehl mit der Buttermasse verrühren. Anschließend, am besten von Hand, die Rosinen-Mandel-Rum-Mischung, das Orangeat und Zitronat unterkneten, genau bis die Fruchtstücke gut verteilt sind. Den Teig halbieren und eine Viertelstunde ruhen lassen.

Während der Teig ruht, je die Hälfte des Marzipans zu einer Rolle von etwas weniger als 30 cm Länge rollen. Anschließend den Teig auf 30 cm x 45 cm ausrollen, die Marzipanrolle auflegen und den Stollen formen. Stefanie von “Hefe und Mehr” hat dafür eine sehr gute Anleitung gemacht.

Nun den Teig 4 bis 5 Stunden gehen. Sein Volumen sollte sich deutlich vergrößert haben. Erst dann darf er in den Ofen.

Den Stollen bei 200º C für 40 Minuten backen. Kurz vor Ende der Backzeit, Butter schmelzen und den Stollen noch heiß damit einstreichen. Nach dem Abkühlen, wird der Stollen mit einer Portion Puderzucker abgerundet.

Guten Appetit!

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Mocha-Haselnuss-Marmorkuchen

Mein zweiter Marmorkuchen von Joy the Baker ist der Mocha Hazelnut Marble Cake. Nuss, Schokolade und Kaffee sind drei gute Freunde die in diesem Kuchen zusammen kommen. Durch den hohen Fettanteil ist dieser Kuchen das Gegenteil von fluffig, nämlich schwer und kräftig im Geschmack.  Dieses Konzept gefällt mir sehr – sehr!

NussKaffeeStart

Die Haselnüsse im Teig geben dem Kuchen eine besondere Konsistentz. Es gibt etwas zu beißen. Durch die Schokoladen-Kaffee-Crème im Teig, bleibt der Kuchen dabei herrlich saftig. Der Kuchen hebt sich von normalen Marmorkuchen dadurch ab, dass es drei Kuchen in einem vereint: Einen Nusskuchen, einen Schokoladen-Kaffee-Kuchen und einen Marmorkuchen der beide Geschmäcker und Konsistenzen vereint. Die helle Seite ist ein solider Nusskuchen, die dunkle Seite ein feuchter Kaffee-Schokoladentraum. Zusammen ist dies ein süchtigmachender Kuchen, der alle Geschmacksnerven gleichzeitig befeuert. Kurz, der Geschmackskontrast der beiden Teig lässt keine Wünsche offen.

Der Kuchen ist sehr schwer, dicht und saftig. Es macht Spaß ihn zu essen. Das nußige Aroma kommt schön durch, die Schokolade und der Kaffeegeschmack formen ein rundes Geschmackserlebnis. Durch all diese Kombinationen wird das Aroma reich. Der Kuchen ist relativ süß, aber auch bitter und deshalb so lecker. Ich liebe bitter! Bitte mehr bitter!

NussKaffeeStück

Der Mocha-Haselnuss-Marmorkuchen hat keinen typischen Marmorkuchengeschmack, aber ist doch unbestreitbar ein Marmorkuchen. Seine runde, dunkle Note und sein volles Aroma haben mich überrascht und bieten ein herrliches Kuchenerlebnis. Wer Kaffee, Schokolade und Nüsse mag (so wie ich), sie gerne gemeinsam ist (so wie ich) kann hier voll zufireden sein.

Wenn man zuviel Kuchen ist, dann wird einem schlecht. Bei den meisten Kuchen bereut man dann, so viel gegessen zu haben. Nicht bei diesem! Überzuckert, mit saurem Magen in der Ecke liegend, würden ich mit den blauen Lippen meines grün-angelaufenen Gesichts noch stets nach einem weiteren Stück fragen. Nachbacken!

NussKaffeeEnde

Das Rezept in Kürze: 75g fein gehackte Nüsse (in der Pfanne ohne  Öl) rösten. Die abgekühlten Nüsse mit 280g Mehl, 5g (1 Tl) Backpulver, und 6g (1 Tl) Salz vermischen.
Über einem Wasserbad, 30g Butter, 85g grob gehackte dunkle Schokolade, 60g Kaffee, 1/4 Tl Instantkaffeepulver vermischen und schmelzen. Sobald alles geschmolzen und gut vermischt ist von der HItze nehmen, aufpassen dass es nicht zu heiß wird und sich Schokolade und Butter trennen.
240g Butter mit 335g Zucker und 16g (2 Packungen) Vanilliezucker cremig schlagen, anschließend 4 Eier einzeln, nacheinander in die Masse schlagen. Nun nacheinander ein Drittel der Mehlmischung, 100g Milch, ein Drittel der Mehlmischung, 100g Milch und das letzte Drittel der Mehlmischung unter die Mischung rühren. Die eine Hälfte der Masse in die Kuchenform geben, die Schokoladenkaffeemasse unter die andere Hälfter der Masse heben und die dunkle Masse anschließend auch in die Form geben. Abschließend die beiden Massen mit einer Gabel einmal durchwirbeln. Alles für 65 bis 70 Minuten bei 175º C backen.

 

 

Experiment: Christstollen mit jungem Sauerteig

Ups, da war wohl jemand spät dran dieses Jahr. Ich habe meinen Stollen noch gerade rechtzeitig für Weihnachten gebacken. Das Nachbacken hat mich aber nicht ganz glücklich gemacht. Deshalb wurde ein kleines Experiment eingebaut. Chad Robertson (Tartine Bread) benutzt für seine Brote einen jungen Sauerteig, der durch die Kurze Führung relativ wenig Säurebakterien enthält. (Es gibt auch einen Kuchen, der mit so einem Teig arbeitet.) So einen jungen Sauerteig hatte ich schon einmal für einen süßen Hefeteig benutzt. Die kleinen Brötchen aus diesem Teig schmeckten herrlich aromatisch, auf eine subtile Art und Weise.

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Mein erster Christstollen von vor über 10 Jahren war auch ein Experiment. Dieser erste Stollen war auch mein ersterVersuch mit einem Hefeteig zu arbeiten. Der erste Teig landete auch direkt im Müll. (Ich dachte er geht nicht auf, tat er aber doch – nur dann im Mülleimer.) Ich hatte aber noch Zeit einen zweiten Teig zu machen. Und so war mein erster Backtag mit Hefe, doch noch ein Erfolg geworden. Stolz wie Bolle war ich auch.

Nun also wieder ein Experiment mit Christstollen. Dieses Mal habe ich Stefanies Christstollenrezept genommen. An den eigentlich Zutaten habe ich wenig verändert. Stefanies wohlerprobtes Rezept arbeitet mit einem Frischhefe-Vorteig. Diesen habe ich durch einen jungen Sauerteig ersetzt. Ich habe 50g Mehl, 50g Milch und 30g Weizenanstellgut für 10 Stungen reifen lassen, anschließend noch einmal 50g Mehl und 50g Milch untergemischt und alles für weitere 6 Stunden reifen lassen. Des Weiteren habe ich die Stückgare auf 2 Stunden verzögert.

Nun konnte ich natürlich kein echtes Experiment machen ohne einen Vergleich zu haben. Also habe ich mehrere Stollen gebacken, einmal nach Stefanies Rezept und einmal mit meiner Abwandlung, mit einem jungen Sauerteig als Vorteig.Zu verschenken gibt es ja immer was!

Die Stollen mit frischer Hefe sind besser aufgegangen als jene mit jungem Sauerteig. Das muss nächstes Jahr besser werden. Zum Glück lebt ein Stollen nicht gerade vom luftigen Teig und so kann man den Sauerteigstollen auch noch problemlos servieren. Geschmacklich überzeugen nämlich beide.

Gleichstand herrscht natürlich bei den weihnachtlichen Zutaten wie Mandeln, Marzipan, Orangeat, und wie sie alle heißen. Die Geschmacksunterschiede sind sehr subtil, aber spürbar.

Fazit: Ich kratze mich gerade am Kopf und frage mich was schief lief. Meine Sauerteige haben durchaus Triebkraft. Aber naja, bist zum nächsten Stollen ist ein Jahr Zeit um das Problem zu lösen. Zwar ist der missglückte Stollen kompakt und fest. Trotzdem ist der Stollen mit Sauerteig geschmacklich reicher. Falls er diesen Reichtum in den Wochen bist Weihnachten verliert, werde ich das noch einmal kurz nachtragen. In jedem Fall ist die Idee mit dem selbstgemachten Sauerteig zu arbeiten, anstatt mit der industriell produzierten Hefe, ein sehr verlockender Gedanke. Jetzt muss es nur noch klappen!

Dichte kompakte Krume, eines ansonsten leckeren Stollens

Dichte kompakte Krume, eines ansonsten leckeren Stollens

Für all jene, die mein Experiment auch machen möchten, hier mein Rezept für den Christstollen mit jungem Sauerteig. Seid aber gewarnt: Irgendwo sitzt hier ein Fehler!

Junger Sauerteig (10h & 6h):

  • 50g & 50g Weizenmehl 550;
  • 50g & 50g Milch;
  • 30g Weizenanstellgut.

Rosinen-Mandel-Rum-Mischung (min. 10h):

  • 300g Rosinen;
  • 100g gehackte Mandeln;
  • 30g Rum;
  • kochendes Wasser.

Milk Roux (idealerweise min. 4h):

  • 30g Weizenmehl 550;
  • 150g Milch.

Hauptteig (2h Stockgare + 15 Minuten Stückcgare):

  • 250g Butter;
  • 75g Zucker;
  • 5g Salz;
  • 0,5g Zimt;
  • 0,5g Kardamon;
  • 0,5g Muskatblüte;
  • Mark einer Vanillieschote;
  • Milk Roux;
  • junger Sauerteig;
  • 400g Weizenmehl 550;
  • 50g Orangeat;
  • 50g Zitronat;
  • Rosinen-Mandel-Rum-Mischung;
  • 140g Marzipan.

Zum Bestreichen:

  • 50g geschmolzene Butter;
  • Puderzucker.

16 Stunden vorm Backen das Anstellgut mit 50g Mehl und Milch vermischen. 6 Stunden vor dem Backen, den Teig noch einmal mit 50g Milch und Mehl auffrischen.

Die Rosinen-Mandel-Rum-Mischung spätestens am Vorabend des Backtags ansetzten. Dafür Ronsinen und gehackte Mandeln in einer Schale vermischen, mit dem Rum bespränkeln und die Schale mit kochendem Wasser auffüllen.

Für das Milk Roux 30g Mehl und 150g Milch vermischen, erhitzen bis die Mehlstärke verkleistert, dann vom Herd nehmen und noch etwas weiterrürhren. Idealerweise sollte sich das Roux 4 Stunden setzen, man kann es aber auch sofort benutzen, wenn man es eilig hat.

Für den Hauptteig zunächst die Butter mit dem Zucker und allen Gewürzen schaumig schlagen. Dann den jungen Sauerteig, das Milk Roux und das Mehl mit der Buttermasse verrühren. Den Teig anschließend 2 Stunden gehen lassen.

Nach dieser Gare, die Rosinen-Mandel-Rum-Mischung, das Orangeat und Zitronat unterkneten, genau bis die Fruchtstücke gut verteilt sind. Den Teig halbieren und kurz ruhen lassen.

Während der Teig ruht, je die Hälfte des Marzipans zu einer Rolle von etwas weniger als 30 cm Länge rollen. Anschließend den Teig auf 30 cm x 45 cm ausrollen, die Marzipanrolle auflegen und den Stollen formen. Stefanie von „Hefe und Mehr“ hat dafür eine sehr gute Anleitung gemacht.

Nun den Stollen bei 200º C für 40 Minuten backen. Kurz vor Ende der Backzeit, Butter schmelzen und den Stollen noch heiß damit einstreichen. Mit einer Portion Puderzucker wird der Stollen abgerundet.

Viel Erfolg!

Stollen_last