Holländischer Apfelkuchen

Die Niederlande wären ohne ihren Apfelkuchen ein trauriges Stückchen Land. Tuklen und Windmühlen sind hübsch, aber das war’s dann auch. Apfelkuchen dagegen, macht instant fröhlich, kann man überall zu jeder Tages- und Nachtzeit essen und am besten mit warmer Schokolade genießen. Ein echter Holländer ist sogar im Urlaub keinen anderen Kuchen als seinen Apfelkuchen!

apfel_1_anfang

Der Apfelkuchen ist herrlich einfach zu backen und alle Geschmäcker sorgen für eine fruchtig bunte Geschmacksexplosion. Ähnliche Apfelkuchenrezepte gibt es natürlich tausende. Dieses hat mich aber beeindruckt, weil es ein buntes Aroma zaubert: süß und bitter, herzhaft und zart. Äpfel, Mandeln, Zitronen, Rosinen – ein herrlich vielfaltiger Geschmack, die zusammen ein fröhliches Kunstwerk formen, dass die Grenzen zur Übertriebenheit sucht.

Die Basis für dieses Rezept stammt aus einem Rezeptkalender mir unbekannten Titels, der bei einem Ofen beigelegt war. Glücksfund. Yes.

Der Mürbeteig:

  • 250g Mehl (ideal ist Typ 405 / Patentmehl)
  • 125g (Bastart)zucker
  • 175g Butter
  • 1/2 Tl Salz (4g)
  • 1/2 Ei
  • geraspelte Schale einer Zitrone

Alle Zutaten rasch zu einem Teig verarbeiten und den Teig für mindestens eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. (Die perfekte Wartezeit um die Apfelfüllung vorzubereiten…)

Die Apfelfüllung:

  • 100g holländisches Amandelspijs (Marzipan müsste auch gehen)
  • 900g fein geschnitte Apfelscheiben
  • 60g Rosinen
  • 40g Zucker
  • Zitronensaft einer Zitrone
  • 2 El Maisstärke
  • 2 Tl Zimt

Alle Zutaten vermengen und kurz ziehen lassen.

Die Eistreiche:

  • 1/2 Ei
  • 1 Tl Zucker

Ei und Zucker verrühren.

apfel_1_ende

3/4 des Teiges einen halben Centimeter dick ausrollen und die Springform damit auslegen. Das Marzipan/Amandelspijs zerbröseln und über dem Boden verteilen. Die Apfelscheiben sorgfältig übereinander staplen. Nicht vergessen die Rosinen ab und zu dazwischen zu legen! Alle Feuchtigkeit die in der Schale zurückbleibt kann da auch bleiben.

Das restliche Viertel des Teiges ebenfalls ausrollen, in Streifen schneiden und als Raster über den Kuchen legen. Die Eistreiche als Finishing Touch auf dem Kuchen verteilen.

Den Kuchen bei 230° C für 10 Minuten anbacken, die Temperatur auf 170° C senken, für 50 Minuten ausbacken, abschließend bei 220° C abbacken bis der Kuchen die gewünschte Bräunung hat (z.B. 10 Minuten).

Den Kuchen ein paar Minuten auskühlen lassen, bevor man ihn aus der Springform holt.

Am besten noch lauwarm genießen. Njam, njam, njam!

Advertisements

Schokoladen-Käsekuchen

Seit einiger Zeit suche ich den besten Marmorkuchen. Die Suche kam ein bisschen zum Stillstand weil ich bereits zwei tolle Kuchen gefunden (#1 und #2) habe und die meisten Rezepte denen recht ähnlich sind, die ich bisher gebacken habe. Ein paar Exoten gibt es aber noch; ich weiß auch ganz genau, der ultimative Marmorkuchen muss noch gebacken werden!

SchokoKäseStart

Gestern habe ich den Schokoladen-Käsekuchen von „Zucker Zimt und Liebe“ probiert und ihn heute zum Frühstück serviert. Die Schwester meiner ehemaligen Mitbewohner ist gerade aus Taiwan zu Besuch. Da war der Kuchen eine willkommene Ergänzung auf der Festtafel.

Wenn man zuviel isst, ist der Kuchen relativ schwer. (Okay, ich habe vier große Stücke verputzt – da bin ich auch ein bisschen selber Schuld. 🙂 ) Das waren aber auch schon alle schlechten Seiten dieses Kuchens. Die Kombination von Schokolade und Käse in einem Topfkuchen ist eine kreative, frische Idee. Der Schokoladenteil ähnelt Brownies und der Käse fügt eine geschmackliche Frische hinzu, die den Kuchen deutlich aufwertet. Die Frühstücksgesellschaft fand den Kuchen echt lecker. Sogar meine Freundin, die eigentlich Schokoladenkuchen etwas reserviert gegenüber steht, fand ihn auf die genau richtige Art  „gooey“ und war positiv erfreut über den unerwarteten Käseanteil.

SchokoKäseSchnitt

Der Brownie ist super, der Käsekuchen auch. Ihr Verhältnis hat mir aber nicht ganz gefallen. Der Käsekuchen ist nämlich so lecker, dass man mehr davon möchte! Nächstes mal, wenn ich den Kuchen backen werde, werde ich den Käsekuchenanteil verdoppeln und vielleicht etwas Zitrone oder Orange in den Käsekuchen geben, um den Kuchen noch frischer und leichter zu machen. Bis ich mein Rezepet veröffentlich habe, solltet ihr aber unbedingt diesen Kuchen nachbacken, wenn ihr einen Schokoladen-Käse-Marmorkuchen wollt!

Das Rezept in Kürze: Alle Zutaten von Hand vermischen (zum Beispiel mit einem Schneebesen). 200g Zartbitter-/Halbbitterschokolade in einem großen Topf in 250g Butter auf kleiner Flamme schmelzen und leicht abkühlen lassen. 350g Milch und 300g Zucker verquirlen und zur Schokoladenmasse geben; nun 2 Eier hinzugeben und alles gut vermischen. 275g Mehl, 30g Kakao und 8g Backpulver in die Mischung sieben und unterheben. Gesondert davon 200g Frischkäse, 60g Zucker und 1 Eigelb vermengen. Nun die Hälfte der Schokoladenmasse in die Form geben, die Käsemasse darauf und abschließend die andere Hälfte der Schokoladenmasse darauf. Mit der Gabel einmal durchwirbeln und die Masse bei 160ºC für 60 bis 70 Minuten backen. Die Browniemasse sollte etwas feucht bleiben. Nach dem Auskühlen, den Kuchen für mindestens 4h in den Kühlschrank um den Käseanteil fest werden zu lassen.

Vor dem servieren eine Ganache aus 125g Sahne und 125 Zartbitter-/Halbbitterschokolade herstellen, indem man beides zusammen erhitzt und dann 20 bis 30 Minuten auskühlen lässt. Ganache auf den Kuchen geben und servieren!

Guten Appetit!

SchokoKäseSchluss

Marmorkuchen von 1871

Marmorkuchen gibt es schon verdammt lange. Zu Beginn ging es vor allem um das Spiel der Farben. Lebensmittelfarben machten farbenreiche Gebäcke möglich. Der Marmorkuchen war die konsequente Weiterentwicklung von farbigen Kuchen. So habe ich es jedenfalls während einer Recherche gelesen, auf der ich auch diese Schatzkiste mit alten Rezepten gefunden habe. „Alt“ bedeutet nicht immer „gut“, aber wissen wollte ich doch einmal wie eines der ersten Marmorkuchenrezepte schmeckt. Ihr auch?

1871_Eins

Aus Geschmacksgründen habe ich Kakaopulver genommen. Ich finde es einfach zu lecker um etwas anderes zu gebrauchen; außerdem passte es so gut zu den restlichen Zutaten. Aber warum soll man nicht auch beliebige andere Farben nehmen – lasst Eurer Kreativität freien Lauf! Dieses Rezept von 1871 macht es möglich. Bevor ich meine Interpretation mit Euch teile, hier das Rezept im Originaltext:

One pound each of sugar, flour and butter, the whites of sixteen eggs, quarter of a pound of bleached and split almonds, half of a citron sliced and sufficient cochineal (which should be procured at confectioner’s, as that prepared by druggists is not so suitable); cream together the butter and flour; beat together very light the egg-whites and sugar; put all together and beat thoroughly; color onte-third of the batter any shade you like; put well-greased tissue-paper around the mould, then put in half of the white batter, a layer of citron and almonds, the colored batter, another layer of citron and almonds, and the remainder of white batter; bake in a moderate oven.

(Originalquelle: Mrs. Porters‘ New Southern Cookery Book, Mrs. M.E. Porter, c. 1871, introduction and suggested recipes by Louis Szathmary, Promontory Press: New York, 1974, pp. 219-220)

Obwohl relativ viel Eiweiß in diesem Kuchen ist, ist es nicht überdeutlich zu schmecken. Es hat sich aber in der etwas klebrigen, gummiartigen Konsistenz niedergeschlagen. Wie zu erwarten ist der Kuchen im Ofen kaum aufgegangen, da ja auch kein Backpuler im Teig ist.

Der Kuchen war leicht und erinnerte ein bisschen an Jaffa Cake. Letzterer ist mein Lieblingskeks, also ist das durchaus als Kompliment zu verstehen. Die eingebackenen Zitronenscheiben und die Nüsse sind eine wahre Bereicherung. Auch die Krumentextur gewinnt durch die ganzen Zitronenscheiben. Insgesamt verbindet der Kuchen das typische Marmorkuchenaroma auf eine schokoladige Art mit den fruchtigen Zitronen und den kernigen Nüssen. Er war echt lecker und ging schnell weg. Meine Mitbewohner und ich haben ihn innerhalb eines halben Tages verschlungen. Er hat deshalb auch meine überzeugte Nackbackempfehlung!

 1871_Zwei

Marmorkuchen von 1871:

  • 4 Eiweiß (Größe M);
  • 125g Zucker;
  • 125g Butter;
  • 125g Weizenmehl (550);
  • 15g Kakaopulver;
  • 1/2 Bio-Zitrone;
  • 32g grob gemahlene Mandeln.

Die Eiweiße aufschlagen. Sobald die Eiweiß-Masse beginnt milchig zu werden, den Zucker in drei Schritten hinzugeben und unterrühren. Der Zucker stabilisiert den Eischaum.

Die zimmerwarme Butter wirklich cremig schlagen, sonst klumpt es gleich. Anschließend langsam das Mehl einrieseln lassen und darauf achten dass es von der Butter aufgenommen wird, bevor Ihr mehr Mehl dazu gebt.

Nun das Eiweiß vorsichtig unter die Butter-Mehl-Crème heben. Anschließend ein drittel der Masse in einer separate Schüssel geben, den Kakao in darin einsieben und unterheben. Die halbe Zitrone in dünne Scheiben schneiden. Dicker als 1mm sollten sie nicht sein.

Nun die Hälfte der hellen Masse in eine gefette, bemehlte Kastenform geben und glatt streichen. Darauf die Hälfte der gemahlenen Nüsse und eine Lage Zitronenscheiben legen. Auf die Zitronen die dunkle Masse geben. Diese glatt streichen, die übrigen Nüsse und noch eine Lage Zitronen darauf geben. Nun den Rest der hellen Masse in die Form geben und alles für 50 bis 60 Minuten bei 170º C backen.

Guten Appetit!

Niederländischer Spekulatius-Birnenkuchen

Nanu – niederländischer Birnenkuchen?! Wenn die Niederländer für etwas bekannt sind, dann ist es doch eigentlich Apfelkuchen.

Nun, althergebracht ist dieses Rezept für Birnenkuchen tatsächlich nicht. Wenn man einen Niederländer fragt, ob er oder sie dieses Rezept kennt, wird die Antwort wahrscheinlich negativ ausfallen. Allgemeine Bekanntheit macht diesen Birnenkuchen auch nicht so typisch – obwohl es aus dem sehr bekannten niederländischen Rezeptheft Allerhande (Ausgabe September 2013) stammt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Dieser Kuchen benutzt Birnen, Orangenmarmelade, niederländisches Marzipan, Spekulatiuskekse und Spekulatiusgewürze. Vor allem die letzten drei Zutaten sind typisch niederländische Geschmäcker, die man nicht nur zu Weihnachten im Mund hat. Diese Zutaten sind es dann auch, die diesen Kuchen so typisch niederländisch machen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Der Kuchen passt übrigens herrlich in den Herbst. Nicht nur weil Birnen dann reif sind, sondern auch weil die Zutaten zum langsamer kälter werdenden Wetter passen. Wie man nach dem lesen der Zutaten schon vermuten kann, hat der Kuchen einen schweren, süßen und gewürzvollen Teig. Da kommt es etwas überraschend, dass die Krume alleine etwas langweilig wirkt. Kommt jedoch die süße, hoffentlich noch warme, gebackene Birne dazu, erhält man ein rundes, volles Aroma. Beim Essen verlangt dieser Kuchen also etwas Stapelgeschick.

Ich muss zugeben, man ärgert sich ein bisschen wenn man satt ist. Das Amandelspijs (Marzipan) und die Spekulatiuskrümel geben der Kruste Struktur, Saft und Aroma. Zusammen mit den Birnen ergeben diese Zutaten ein wirklich bereicherndes Geschmackserlebnis. Die Orangenmarmelade auf der Oberseite ist das sprichwörtliche Sahnehäubchen. Sie sitzt nicht nur zur Verzierung oben auf dem Kuchen sondern rundet den Geschmack genauso ab, wie man es sich wünscht.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Ich hoffe ihr habt jetzt schon Lust zum nachbacken bekommen. Die Zutaten sind

  • 4 kleine/mittlere Birnen;
  • 1 El Zitronensaft;
  • 150g warme, weiche Butter;
  • 100g Amandelspijs (alternativ Marzipan);
  • 4 Eier;
  • 150g Mehl;
  • 1 El Spekulatiusgewürz;
  • 100g Spekulatiuskrümel.

Und zum bestreichen,

  • 5 El Orangenmarmelade.

Den Kuchen bei 160° C für 40 Minuten, mit der Orangenmarmelade bestreichen und für weitere 10 Minuten in den Ofen stellen. Anschließend noch 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen.

Man beginnt, wie so oft, mit dem Ofen. Diesmal sollte er auf 160° C vorgeheizt werden. Anschließend schält man die Birnen, entkernt sie und beträufelt sie mit Zitronensaft. Für den optischen Genuss empfehle ich die Stiele dran zu lassen.

Den Kuchenteig macht man auf die übliche Weise. Das heißt. man rührt zuerst die zimmerwarme Butter cremig und rührt dann das Amandelspijs in die Butter. Anschließend rührt man die Eier einzeln in die Masse. Bevor das nächste Ei eingerührt wird, sollten die vorigen Eier vollständig Teil der Masse sein. Spekulatiusgewürz, Salz und Mehl vermischen und in die Masse sieben. Kurz durchrühren bis das Mehl grob eingerührt ist. Nun hebt man die Spekulatiuskrümel unter die Masse, bis alles gut vermischt ist, aber auch nicht länger.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Jetzt kommt die Masse in die Kastenform. Die Birnen werden tief in die Masse gedrückt. Wenn alle Birnen glücklich in der Form liegen und keck nach links und rechts schauen kommt der Kuchen in den Ofen.

Nach 30 Minuten holt man den Kuchen kurz heraus, gibt die Orangenmarmelade auf den Kuchen und verteilt sie mit einem Backpinsel. Der Kuchen geht jetzt zurück in den Ofen. Ein bisschen Flüssigkeit auf dem Kuchen macht nichts. Nach 10 Minuten schalten man den Ofen aus und lässt den Kuchen etwas im geschlossenen Ofen abkühlen.

Eine paar Anmerkungen zum Schluss: Das Ursprungsrezept benutzt halbe Birnen und eine flachere Kastenform. Das ist einfacher beim entkernen, praktischer beim Essen und man kann auch die Stilfasern am oberen Birnenteil besser entfernen. Ich habe ganze Birnen benutzt. Dadurch hat man keine Probleme die Stile an den Birnen zu lassen. Der Nachteil ist, dass man kaum die Fasern vom Stil entfernen kann. Persönlich ist es mir egal, aber manche haben lieben keine Fasern. Es sei aber Euch überlassen, wie Ihr den Kuchen machen wollt.

Amandelspijs ist eine Art Marzipan, dass man hier in jedem Supermarkt kaufen kann. Es hat einen höheren Zuckeranteil als Marzipan und manchmal befindet sich auch ein Ei in der Masse.

Falsche Orangen – fast besser als das Original

Als ich vor einiger Zeit ein paar Gedanken über Windbeutel und Brandteig niedergeschrieben hatte, störte es mich vor allem dass Brandteig ziemlich stiefmütterlich behandelt wird. Es ist eine einzige traurige Kreativlosigkeit. Ein erster Schritt war es Spinat in den Teig zu geben. Das fügte ein angenehmes Aroma in den Teig. Aber ganz zufrieden war ich noch nicht, weil leider doch sehr viel Spinatgeschmack verloren geht. Es war mehr eine Inspiration. Jetzt konnte ich einen zweiten Schritt machen. Und ich muss sagen, ich bin selbst überrascht wieviel im Brandteig steckt. Die falschen Orangen sind innerhalb einer Stunde gemacht und sind eine kleine Besonderheit.

IMG_3280     IMG_3275

Die Idee hinter meinen falschen Orangen ist es, das Orangenaroma in den Brandteig zu bringen; vielleicht sogar, das Aroma noch etwas besser zu machen als das orginale Orangenaroma (falls das überhaupt möglich sein kann). Durch den Brandteig werden die falschen Orangen sprichwörtlich luftig und locker leicht. Die falschen Orangen sind überzogen mit einem süßen Orangensaftsirup, der ihnen eine runden Abschluss gibt.

Der Geschmack der falschen Orangen ist süß, intensiv und wirklich orangig. Weil es so kleine Happen sind, kann man sie quasi einatmen. Ich wollte sie eigentlich füllen, aber bis jetzt hat mich noch keine Füllung überzeugt. Eine Füllung aus Orangen und Kräutern ist zwar nicht schlecht, aber macht die falschen Orangen auch nicht besser. Falls jemand eine gute Idee hat, würde ich sie liebend gerne hören.

 IMG_3278

Rezept für falsche Orangen:

Für den Teig:

  • 200g Orangensaft;
  • 50g Butter;
  • 100g Mehl;
  • 3 Eier (Größe M, ca. 160g);

Für den Sirup:

  • 50g Orangensaft;
  • 50g brauner Zucker.

 

Die falchen Orangen werden wie normaler Brandteig hergestellt und anschließend im Sirup getränkt. Um den Brandteig herzustellen, den Orangensaft mit der Butter kurz aufkochen. Dann vom Herd nehmen und das Mehl einsieben, während man mit einem Holzlöffel rührt. Durch die heiße Flüssigkeit verklebt das Mehl und bildet eine dicke zusammenhängende Masse. Wenn die Masse auf ungefähr 40°C  abkühlt ist, kann man die Eier mit einem Schneebesen einzeln unterrühren.

IMG_3169          IMG_3191

Die Masse sollte nun in möglichst rundern Bällen auf ein Backblech gegeben werden. Ich nehme dafür immer zwei Teelöffel. Die Häufchen sollte man mit der nassen Rückseite eines Teelöffels gut glatt streichen. Dabei sollte man die Oberfläche der Teigbällchen idealerweise mit anfeuchten.

IMG_3205

Bei 180°C  müssen die falschen Orangen für ungefähr 20 bis 25 Minuten in den Ofen. Nach 10 Minuten und später noch ein zweites Mal sollte man den Backofen leicht öffnen um Dampf abzulassen. Die falschen Orangen sollten schön trocken aus dem Ofen kommen. Bei mir werden sie auch immer recht braun an der Oberseite. Wenn die falschen Orangen nicht trocken sind, fallen sie später leicht zusammen.

IMG_3216

Nach dem Backen sollten die kleinen Bällchen gut ausdampfen und auskühlen. (Falls man sie zu früh dem Sirup aussetzt fallen sie zusammen.)

IMG_3227

Für den Sirup, Orangensaft und die gleiche Menge braunen Zucker in einen sehr kleinen Topf geben. Zusammen aufkochen und danach leicht köcheln lassen. So viele Teiglinge in den Sirup legen, dass angenehm Platz im Topf ist und nach einer halben Minute wenden. Die Bällchen sollten von allen Seiten vom Sirup bedeckt sein. Anschließend zum abtropfen aus dem Sirup nehmen.

 

Eigentlich will Brandteig je gefüllt werden, aber die falschen Orangen sind da etwas eigen. Ich habe noch keine gute Füllung gefunden. Schokolade verdirbt das Aroma, auch sehr orangenlastige Füllungen fügen nicht wirklich etwas hinzu. Die beste Füllung bestand, meiner Ansicht nach, aus kleinen Stücken von filetierter Orange mit Basilikum. Über weitere Vorschläge bin ich mehr als dankbar.

 IMG_3263               IMG_3270

Die falschen Orangen schmecken am ersten Tag am besten, vor allem wenn sie noch warm sind. Ich habe sie al kleine Häppchen zum Tee serviert. Durch den Brandteig bekommen die falschen Orangen eine besondere Konsistenz, die mit keinem Kuchen vergleichbar ist. Genießt sie!

Spinatwindbeutel mit Pilz-Zwiebel-Füllung

Nachdem ich neulich schon geschrieben hatte, dass ich die bisherigen Rezepte für Windbeutel nicht besonders kreativ finde, war eigentlich schon abzusehen, dass bald ein Rezept kommt. Wenn alles wie geplant läuft, ist dies das erste von einer kleinen, losen Reihe.

Wenn ich mich nicht irre, geben diese Windbeutel außerdem eine respektable Vorspeise ab.

P1030101

 

Spinatwindbeutel mit Pilz-Zwiebel-Füllung (für 1 Blech):

Für den Teig:
100 g Spinat (in kleine Stücke geschnitten);
130 g Wasser;
1 Prise Salz;P1030102
1 Prise Pfeffer;
1Prise Muskat;
50 g Butter;
100 g Mehl;
3 Eier.


P1030103Für die Füllung:
2 EL Olivenöl;
2 Zwiebeln (in kleinen Würfeln);
120g Pilze (in kleinen Würfeln);
1 Schuss Weißwein;
Salz & Pfeffer;
1/4 Bund Petersillie.

 

Die Zubereitung ist eigentlich die übliche Windbeutelzubereitung. Mit anschließendem Andünsten der Zwiebeln und Pilze. Das heißt, den Spinat, das Wasser, die Butter und die Gewürze in einem Topf aufkochen. Topf vom Herd nehmen, mit einem Holzlöffel rühren und Mehl einsieben bis es zu einer Masse verklebt. Den Teig auf 40 Grad Celsius abkühlen lassen und die Eier einzeln mit einem Schneebesen einrühren. Häufchen des Teiges auf ein Backblech spritzen und bei 220 Grad Celsius mit Dampf 30 Minuten backen. (Nach ca. acht bis zehn Minuten den Dampf ablassen.)

Für die Füllung eine Pfanne nehmen, etwas Olivenöl hineingeben und bei niedriger Temperatur die Zwiebeln dünsten bis sie sehr glasig sind. Dann die Pilze hinzugeben, die Temperatur etwas erhöhen. Wenn die Pfanne etwas Hitze gesammelt hat, mit dem Wein ablöschen. Sobald der Wein eingekocht ist und die Zwiebeln süß sind, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn die Zwiebeln und Pilze etwas abgekühlt sind, nach Geschmack fein geschnittene Petersillie untermischen.

Spinatwindbeutel

Um die Windbeutel zu füllen schneide ich sie großzügig mit einem Messer auf und gebe die Pilze-Zwiebel-Füllung mit einem Teelöffel in die Spinatwindbeutel.

Fertig ist eine leckere Vorspeise.

 

P.S.: Je nachdem wie fein man den Spinat schneidet, ändert sich die Farbe der Windbeutel. Wer es ganz grün möchte kann den Spinat pürieren. Jedoch habe ich die besten Erfahrungen gemacht, wenn der Spinat in Stücke geschnitten wird. Das macht optisch und geschmacklich am meisten her.

Rhabarber-Tarte; Endlich mal ein saurer Kuchen

Die meisten Kuchen sind vor allem süß und fettig. Das ist an und für sich kein Problem, sondern meistens lecker. Dennoch Abwechslung tut gut. Also wie wäre es mal mit einem sauren Kuchen, der auch noch Raum für spätere Mahlzeiten lässt.

ImageDer Kuchen wurde inspiriert durch einen Rhabarberkuchen meiner Mutter. Sie hatte das Rhabarberkompott auf Biskuitteig verteilt. Schmeckt auch lecker. Dieser Kuchen setzt aber noch einen drauf. Der dünne Teig stellt den Rhabarber und die milde Säure in den Vordergrund. Der Kuchen macht also nicht voll, was bisher nur Zuspruch fand.

ImageDas Rhabarberkompott ist sehr leicht herzustellen und schmeckt super. Mit ein bisschen Stärke bleibt es auch im Kuchen und läuft nicht davon. Einfach Rhabarber mit Zuckerfür 1 Stunde im Topf ziehen lassen. Der Zucker zieht Wasser aus dem Rhabarber mit dem man dann das Kompott kochen kann. Nach 1 Stunde einfach aufkochen und fertig ist das Kompott. (Falls der Zucker nicht genug Wasser zieht einfach ein kleines bisschen Wasser in den Topf geben.) Wenn der Rhabarber fast vollständig vom eigenen Saft bedeckt ist, schnell etwas Stärke untermischen; fertig ist der Kuchenbelag.

ImageDas Schöne am Mürbeteig ist, dass er so einfach und robust ist. Wenn man etwas nicht haben will macht man einfach weniger davon und wenn man mehr will, dann halt mehr. Damit der Teig nicht so süß ist, habe ich den Zucker reduziert. Fett macht den gebackenen Teig schön geschmeidig, also rein damit.

Image

Die geheime Zutat die den Kuchen perfekt abrundet ist weiße Schokolade. Man kann sie später nicht sehen und kaum schmecken, aber sie gibt den Kuchen den letzten Schliff. Aber nicht vergessen, die Schokolade nur dünn auf den Teig aufstreichen!

 

Zutaten für eine 22,5cm Springform:

Füllung:

  • 750g Rhabarber;
  • 150g Zucker;
  • 1,5 Packungen Vanilliezucker;

Die Zutaten mischen und eine Stunde stehen lassen. Dann aufkochen und

  • 4TL Maisstärke gelöst in
  • 4EL Wasser

hinzufügen. 2 bis 3 Minuten aufkochen Fertig.

 

Teig:

  • 150g Mehl;
  • 30g Zucker;
  • 1 Prise Salz vermischen und
  • 1 Ei;
  • 90g Butter in Flocken hinzufügen.

Die Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten, zu einem platten Klumpen formen und anschließend 30 Minuten im Kühlschrank ruhen lassen. Die Springform ausfetten und nach den 30 Minuten den Teig ausrollen. Er sollte ca. 4mm dünn sein. Wenn der Teig in der Form liegt mache ich den Rand immer so 3cm hoch. Das gibt das beste Volumen-Teig-Verhältnis. Jetzt noch

  • 50g weiße Schokolade

im Wasserbad schmelzen und dünn auf den Teig auftragen. Dann kann auch schon das Kompott auf den Teig.

Image

Bei 180°C  für 20 Minuten in den Ofen, oder bis der Rand schön goldbraun ist. Danach Kaffee kochen und genießen!