Weiße Weinwurzeln

Zwiebelsuppe ist meine Lieblingssuppe. Da sind mir wirklich alle Konsequenzen egal! Und wie es sich gehört, kommt  da ein guter Schuss Weißwein hinein. Als mein Mitbewohner Wein für mich mitbringen sollte, fragte er, „willst du damit backen?“ Nein, wollte ich nicht – ausnahmsweise. Trotzdem, Weißwein im Brot ist eigentlich eine interessant Idee. In meinem Hinterkopf hatte ich noch diese Weißbrotwurzeln vom Plötzblog. Irgendwie schien die Assoziation zu passen. Also doch!

Weinwurzel_Beginn

Um den gewünschten Geschmack zu bekommen habe ich einen Großteil der Sahne im Ursprungsrezept durch Wein ersetzt. Außerdem schien es einen Versuch wert, etwas dunkleres Mehl zu verbacken. Das fertige Brot ist super geworden. Ich bin ein bisschen baff über diesen Treffer. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen spielen, aber sobald das Brot abgekühlt ist, entfaltet die Krume ein Weinaroma, welches ich von noch keinem Brot kannte.

Die Wurzelform lädt zum abreißen des Brotes ein, was ehrlich und herrlich zum Weinaroma passt. Die Sahne und der Wein geben dem Brot einen kernigen, würzigen Geschmack mit klarer, unaufdringlicher Weinnote. Der Restalkohol ist nicht zu schmecken, rundet aber das Gaumengefühl ab. Die Krume reißt schön faserig. Zum Brot passt Käse sehr gut, aber auch das pure Brot ist lecker. Für die Fotos musste ich das Brot vor meinen Mitbewohnern retten. Am nächsten Morgen war es dann schon aufgegessen.

Weinwurzel1

Achso, einen festen, leicht zu verarbeitenden Teig haben die Wurzeln auch noch. Hier das Rezept:

Poolish (20h):

  • 100g Weizenvollkornmehl;
  • 100g Wasser;
  • 0,1g Frischhefe (ungefähr zwei runde Reiskörner).

Hauptteig (90 Min. Stockgare + 90 Min. Stückgare):

  • Poolish;
  • 200g Weizenmehl 550;
  • 200g Weizenmehl 1050;
  • 125g Sahne;
  • 145g Weißwein;
  • 5g Frischhefe;
  • 8g Salz.

Den Poolish anrühren und 20h bei Raumtemperatur reifen lassen. Es sollte schön von Blasen durchzogen sein.

Für den Hauptteig, den Poolish und alle anderen Zutaten verkneten, bis ein elastischer, fester Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselboden löst.

Den Teig für 90 Minuten zur Stockgare stellen, nach 30 und 60 Minuten falten.

Anschließend den Teig in zwei Teile teilen und diese zu 30cm langen Stangen verdrehen. Ihr könnt die Teiglinge durchaus beherzt verdrehen. Achtet aber darauf dass der Teig nicht reißt.

Die Stangen bemehlen und im Bäckerleinen für 90 Minuten zu Stückgare stellen.

Die beiden Stangen bei 250º C mit viel Dampf anbacken. Nach 10 Minuten den Dampf ablassen und bei für 20 Minuten bei 200º C ausbacken.

Auskühlen lassen und genießen!

 

Achso, noch ein kleiner Hinweis: Das Brot wird zwar bei 250º C gebacken, aber ihr solltet nicht darauf bauen, dass es keinen Alkohol mehr enthält. Das Brotinnere erreicht wesentlich geringere Temperaturen als die 250º C im Backraum. Der Alkohol im Wein kann deshalb weder verdampfen, noch anderweitig abgebaut werden. Er wird stattdessen, mit der restlichen Flüssigkeit, von der Stärke des Weizens eingeschlossen.

Weinwurzel_Ende

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