Kamut-Nuss-Zopf mit Sauerteig

Kamutmehl ist toll! Echt jetzt. Und ich finde das nicht einmal wegen irgendeines gesundheitlichen Vorteils, sondern weil es so (protein)reich und süß schmeckt.

Kamutzopf_Beginn

Vor einigen Wochen hatte ich ein Sauerteigbrot mit hellem Kamutmehl probiert – einfach um den Geschmack von Kamutmehl kennen zu lernen. Das Brot von damals wollte mir zwar nicht schmecken, das lag aber vor allem an den sauren Beeren, die ich in das Brot gerollt hatte. Die Teigstücke zwischen den Beeren waren umso leckerer, weshalb ich mich mit einem lachendem und einem weinenden Auge durch das Brot gebissen habe.

Überrascht vom Kamutmehl war ich schon damals wegen seines süßen, proteinreichen Geschmacks. Ich habe einfach nur ein normales Sauerteigbrot gebacken, ohne Zucker, Milch oder so – ganz normal eben. Trotzdem erinnerte der Geschmack der Krume deutlich an Zopfteig. Also, habe ich nicht viel herumassoziiert, sondern einfach einen Zopf gebacken. Hier ist er!

Kamutzopf1

Das Kamutmehl leistet ganze Arbeit und kann sein volles Aroma entfalten. Das Kamutaroma ist wie gemacht für Zopfteig. Sein natürliches, reiches Aroma macht weniger Zucker und Eier nötig, um einen runden Zopfgeschmack zu zaubern. Das weiche Milcharoma und die vollen Aromen des Sauerteigs vervollständigen auch den Hintergrundgeschmack zu einem Ganzen. (Sauerteig ist sowieso mein Geheimtip für einen jeden Zopf. Die runden Aromen und der leichte Joghurtgeschmack werten den Teig um einiges auf.) Nicht vergessen sollte man auch den Honig und die Nussfüllung. Die krisensichere Kombination der beiden bietet bereichernde Abwechslung. Der Honiggeschmack war etwas zu stark, das war aber auch der einzige, kleine Nachteil.

Fazit, das Kamutmehl macht sich bezahlt. Man wünscht, der Zopf wäre dreimal so lang.

 

Den Kamutzopf habe ich bei Susans YeastSpotting eingereicht.

 KamutzopfEnde

Zubereitung:

Kamutsauer (20h):

  • 110g helles Kamutmehl;
  • 110g Wasser;
  • 11g Weizenanstellgut.

Den Sauerteig für 20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen.

 

Nussfüllung (nach J. Hamelmann):

  • 1 Eiweiß;
  • 70g gemahlene, geröstete Haselnüsse;
  • 35g Zucker.

Die gemahlenen Zutaten in einer Pfanne ohne Fett rösten und abkühlen lassen. Alle Zutaten ein paar Minuten vor Gebrauch verühren und abgedeckt bei Seite stellen.

 

Hauptteig (40Min. & 90 Min. Gare):

  • Kamutsauerteig;
  • 345g helles Kamutmehl;
  • 100g Milch;
  • 15g Rum;
  • 1 Eigelb;
  • 60g weiche Butter;
  • 30g Honig;
  • 7g Salz.

Alle Zutaten verkneten bis ein gleichmäßiger, zusammenhängender Teig entstanden ist. Der Teig ist wenig elastisch und klebrig. Nun den Teig 40 Minuten luftdicht abgedeckt zur Gare stellen.

Den Teig ca. 3mm dünn, rechteckig ausrollen. Nun, drei Schnitte von links nach rechts setzen, sodass vier gleich breite und gleich lange Streifen entstehen. Anschließend die Nussmischung entlang der oberen, langen Enden der Streifen spritzen. Die Nussmischung mit bestimmt, aber nicht übertrieben fest einrollen. (Wie man einen Zopf füllt habe ich hier beschrieben.)

Es lohnt sich zu kontrollieren ob alle Stränge nicht mehr an der Arbeitsfläche kleben. Allzu klebrige Stellen sollte man mit etwas Mehl trocknen. Nun aus den Strängen einen Zopf flechten. Die Enden der Stränge leicht anfeuchten und unter dem Zopf verstecken. (Hier ein Flechtbeispiel.)

Den Zopf abgedeckt zur Stückgare stellen bis er sich ungefähr verdoppelt hat. Bei mir waren es 90 Minuten, Sauerteig hat aber manchmal auch etwas mehr Geduld nötig. Man gebe sie ihm, es lohnt sich.

Den Zopf bei 230º C mit Dampf backen. Nach 10 Minuten den Dampf ablassen und die Temperatur auf 200º C senken. Noch 35 Minuten ausbacken.

 

Freut euch auf den Zopf!

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Flechten eines Zopfes mit Vier Strängen – Nr. 1

Während ich einen Zopf aus hellem Kamutmehl gebacken habe, machte ich diese Fotos wie man einen Zopf flechtet. Zugegeben, ich habe die Methode stumpf abgeschaut von Jeffrey Hamelmanns „Bread“, ein Buch das man jedem empfehlen kann der das Brotbacken vertiefen möchte.

Man legt die vier Stränge schlicht nebeneinander und nun geht’s los! Jedes Bild entspricht einem Schritt.

Zunächst alle Stränge gut sortiert nebeneinander legen.

Schritt 1: Zunächst alle Stränge gut sortiert nebeneinander legen.

 

Schritt 2: Strang 1 wird über Strang 2 gelegt.

Schritt 2: Strang 1 wird über Strang 2 gelegt.

 

Schritt 3: Strang 4 wird nun unter Strang 3 und über Strang 1 gelegt.

Schritt 3: Strang 4 wird nun unter Strang 3 und über Strang 1 gelegt.

 

Schritt 4:

Schritt 4: Strang 2 wird über Strang 4 gelegt.

 

Schritt 5: Zum Abschluss der ersten Runde legt man Strang

Schritt 5: Zum Abschluss der ersten Runde wird Strang 3 unter Strang 1 über Strang 2 geführt.

Diese Schritte wiederholt man so lange, bis man den ganzen Zopf geflochten hat. Als letzten Schliff versteckt man die Enden des Zopfes unter den geflochtenen Strängen.

Der fertige Zopf.

Der fertige Zopf.

Viel Spaß beim flechten!

Einfaches Füllen eines Zopfes

Die einfachste Methode einen Zopf zu füllen ist wahrscheinlich diese hier. Die Masse wird schlicht eingerollt. Das Endergebnis ist eine gefüllte Teigröhre. Die Bilder habe ich gemacht als ich einen Zopf mit Nussfüllung gebacken habe.

Um den Zopf zu füllen, muss man den Teig zunächst ausrollen. Danach schneidet man so viele Streifen, wie man Stränge möchte. In diesem Fall habe ich drei Schnitte gesetzt um vier Streifen zu erhalten.

Dieser Teig wurde zuerst dünn und gleichmäßig ausgerollt, dann mit der Teigkarte in vier Streifen geschnitten.

Dieser Teig wurde zuerst dünn und gleichmäßig ausgerollt, dann mit der Teigkarte in vier Streifen geschnitten.

Jetzt die Füllung am oberen Ende der Streifen aufspritzen,…

Am oberen Ende der Streifen wurde die Füllung aufgebracht.

Am oberen Ende der Streifen wurde die Füllung aufgebracht.

… anschließend gleichmäßig und fest einrollen.

Das Einrollen in vier Schritten. Unten wie am Anfang, oben die fertige Rolle.

Das Einrollen in vier Schritten. Unten wie am Anfang, oben die fertige Rolle.

 

Zum Schluss, die Stränge von der Arbeitsfläche lösen und etwas Mehl auf alle klebriges Stellen geben.

Fertig sind die gefüllten Stränge, viel Spaß beim Flechten!

„Butter bitte cremig schlagen!“

Jetzt blogge ich schon ewig über Marmorkuchen, aber habe noch nie wirklich genau beschrieben, wie man einen Marmorkuchen eigentlich macht. Nun könnte man sagen, dass das eigentlich Allgemeinwissen ist, aber trotzdem will ich so etwas verlinken können. Ein vollständiger Blog fühlt sich einfach besser an. Deshalb nutze ich diesen eiskalten Winterabend, um in meinem warmen Zimmer, im seicht-gelben Licht meiner Lampen, ein paar Grundlagen aufzuschreiben. (Manchmal mag ich Winter…)

Die Fotos habe ich gemacht, als ich den Marmorkuchen mit (lecker viel) Milch gebacken habe.

Zubereitung der Kuchenmasse mit schaumiger Butter:

Schritt 1: Alle Zutaten auf Zimmertemperatur aufwärmen lassen. Dieser Schritt ist wichtig, weil sich die Butter sonst nicht zur Crème schlagen lässt. Sollte die Butter zu kalt sein, entsteht keine Crème; sind andere Zutaten zu kalt (z.B. die Milch) dann verklumpt die Crème zu Stückchen.

Gleich geht's los: Butter in Stückchen, Mixer in der Steckdose und der Zucker ungeduldig daneben.

Gleich geht’s los: Butter in Stückchen, Mixer in der Steckdose und der Zucker ungeduldig daneben.

Schritt 2: Mehl, Salz und Backpulver abwiegen und vermischen.

Schritt 3: Die weiche Butter mit einem Schneebesen cremig schlagen. Die Butter sollte weicher und etwas heller werden.

So ungefähr sollte Eure cremig-geschlagene Butter aussehen.

So ungefähr sollte Eure cremig-geschlagene Butter aussehen.

Schritt 4: Den Zucker zur Butter geben und beides zusammen schaumig schlagen. Die Masse sollte farblich heller werden und beim Schlagen Spitzen werfen.

Zucker in Butter

Zucker zur Buttercrème geben…

Butter-Zucker-Schaum

… und beides zu einem Schaum schlagen.

Nun kommen die Eier.

Zimmerwarme Eier kommen nun zum Schaum.

Zimmerwarme Eier kommen nun zum Schaum.

Schritt 5: Die Eier einzeln und nacheinander unter die Masse schlagen. Dabei ist es wichtig jedes Ei vollständig in die Masse zu rühren, bis man das nächste Ei hinzu gibt. Wenn alles klappt, wird die Flüssigkeit des Eis vollständig vom Butter-Zucker-Schaum aufgenommen. Das heißt es bilden sich keine Flüssigkeitspfützen mehr am Schüsselboden.

Eier-einzeln

Die Eier einzeln zufügen…

EierButterZuckerCreme

… und vollständig verrühren, bevor das nächste Ei, bzw. der nächste Schritt kommt.

Anschließend kommen weitere Zutaten, wie z.B. Mehl und Mich.

MilchUndMehlVorbereitung

Butter-Zucker-Eier-Crème mit Milch und Mehlmischung.

Schritt 6: Flüssigkeiten (z.B. Milch, Rum, Sahne) und das Mehlgemisch (Schritt 2) in drei bis vier Schritten abwechselnd zur Crème geben und dabei verrühren. Die Mehlmischung in diesem Schritt durch ein Sieb geben. Man sollte hier vorsichtig arbeiten und nicht zu lange rühren. Falls man die Masse zu viel und zu lange bearbeiten bildet das Gluten des Weizens ein Netzwerk. Für Brot ist das Glutennetzwerk wichtig, da es die Gärgase der Hefe festhält. Den Kuchen macht das Glutennetzwerk allerdings zäh.

Zunächst den Rum für das Aroma in die Masse.

Zunächst den Rum für das Aroma in die Masse.

Anschließend werden Milch und Mehlmischung, in mehreren Schritten, vorsichtig mit der Masse verrührt.

Anschließend werden Milch und Mehlmischung, in mehreren Schritten, vorsichtig mit der Masse verrührt.

Die Rührkuchen Grundmasse ist fertig!

Die fertige Rührmasse!

Die fertige Grundmasse.

Für einen Marmorkuchen:

Schritt 7: Teig halbieren. Die eine Hälfte in die Kuchenform geben. Eine Waage braucht man Zuhause nicht, das Auge ist genau genug. (Variante: Wer die Marmorierung etwas filligraner möchte, kann den Teig auch auf zwei Schüsseln aufteilen, und später abwechselnd mehrere helle und dunkle Schichten in die Backform füllen. Je mehr Schichten man macht, desto feiner kann das Muster werden. Aber Achtung, bei zu vielen Schichten erhält man einen braunen Einheitsbrei. Mehr als insgesamt fünf Schichten sollten es meistens nicht sein.)

Umfüllen

Mit Augenmaß wurde „genau“ die Hälfte umgefüllt.

Schritt 8: Die weiteren Zutaten für die dunkle Masse zu einem Teil der Masse geben und vorsichtig unterheben. Kakao sollte gesiebt werden, damit sich keine Kakaoklümpchen bilden. Oft gibt man (außerdem) Milch, Schokolade oder Kaffee zur dunklen Masse.

Kakao sollte in die Masse gesiebt werden.

Kakao sollte in die Masse gesiebt werden.

Alle Zutaten für die braune Masse vrosichtig unterheben.

Alle Zutaten für die dunkle Masse vorsichtig unterheben.

Schritt 10: Nun die dunkle Masse zur weißen Masse in die Form geben. Falls man mehrere Schichten macht, zunächst einen Teil der braunen Masse, dann wieder helle Masse, dann wieder dunkel Masse, usw.

Die dunkle Masse auf die helle Masse geben.

Die dunkle Masse nun auf die helle Masse geben.

Schritt 11: Den Kuchen mit einer Gabel einmal kreisend durchziehen; dabei die dunkle Masse mit der hellen Masse verwirbeln. Tatsächlich reicht es meistens einmal kreisend, mit der Gabel durch den Kuchen zu ziehen. Schließlich möchte man die Schichten nicht vermischen, sondern nur ein paar Wirbel in den Kuchen zaubern.

Für die Marmorierung muss man einmal mit einer Gabel durch den Kuchen wirbeln.

Für die Marmorierung muss man einmal mit einer Gabel durch den Kuchen wirbeln.

Schritt 12: Ab in den Ofen!

Der fertige Kuchen, klar für den Ofen.

Der fertige Kuchen, klar für den Ofen.

Viel Spaß beim Genießen des Marmorkuchens!

Marmorkuchen mit (lecker viel) Milch

Zufallstreffer sind das Beste. Dieser Marmorkuchen ist so einer. Danke lieber Zufall!

MilchmarmorBeginn

Dieser Marmorkuchen war eigentlich Teil eines Experiments. Water Roux ist bei Broten ja gerade total hip, weil es mehr Feuchtigkeit in den Teig bringen, ohne die Bearbeitung wesentlich schwieriger zu machen. Für ein Water Roux wird ein Teil Mehl mit fünf Teilen Flüssigkeit vermischt (z.B. 30g Mehl mit 150g Wasser) und bis 65º C erhitzt. Ab dieser Temperatur bindet die Stärke das Wasser. Man erhält einen Schleim, der sich gut im Brot verarbeiten lässt, wie z.B. hier.

Auf den Trend musste ich natürlich aufspringen. Also hatte ich mich an einem Marmorkuchen mit Water Roux probiert. In meinem Fall habe ich 60g Mehl mit 300g Milch verkocht und zu 200g Butter, Zucker, Ei und 240g Mehl gegeben. So weit so gut, der Kuchen war nicht schlecht. Als Vergleich habe ich einen Kuchen mit den gleichen Zutaten gemacht, allerdings ohne Mehl und Milch zu einem Water Roux zu verarbeiten. Beides waren Marmorkuchen mit lecker viel Milch. Und, was bringt ein Water Roux?

Nichts. Echt nichts. Jedenfalls beim Kuchen bringt ein Water Roux gar nichts. Die Masse wird zwar etwas zäher, aber da doch alles in einer Backform landet und dort vom Ei gebunden wird, braucht man kein Water Roux. Schade. Das Water Roux hat dem Kuchen sogar ein kleines Bisschen geschadet. Die Krume beim Kuchen mit Water Roux war etwas fester als beim Kuchen ohne Water Roux.

Das Experiment war aber trotzdem ein voller Erfolg, weil der Vergleichsmarmorkuchen mit lecker viel Milch (und ohne Kochstück) mein derzeitiger Publikumsliebling ist. Die Krume ist sehr saftig, locker, schmilzt auf der Zunge und schmeckt gleichzeitig nach einem klassichen Marmorkuchen. Man bemerkt die Milch, aber der Gesamtgeschmack leidet nicht. Im Gegenteil, der Kuchen wird schön kakaoig, weil die Milch den Kakaogeschmack nach vorne trägt.

Noch ein kleiner Hinweis: Beim Backen in der Kastenform hat sich unten ein kleiner Strich festen Teiges gebildet. Wahrscheinlich weil die Kuchenmasse von all der leckeren Milch viel zu schwer geworden ist. Als Gugehupf war die Krume aber ohne Tadel.

Wie ich oben schon geschrieben hatte, ist dieser Kuche mein derzeitiger Publikumsliebling. Die Krume ist unschlagbar, weil sie saftig und fluffig ist, ohne fettig zu sein. Der Kuchen hat etwas Leichtes und gut sieht er auch noch aus. Er bekommt deshalb eine deutliche Nachbackempfehlung. Macht den Ofen an und probiert ihn aus!

Milchmarmor1

Das Beste, der Marmorkuchen ist ganz einfach zu backen:

Zutaten:

  • 200g Butter;
  • 200g Zucker;
  • 200g Ei (4 Eier Größe M);
  • 2 El Rum;
  • 300g Milch;
  • 300g Mehl;
  • 1 Prise Salz
  • 15g (1 Packung) Backpulver;
  • 3 El Kakao.

Zubereitung:

Die Butter cremig rühren, dann mit dem Zucker schaumig schlagen. Anschließend die Eier einzeln unter die Masse rühren. Rum zur Masse geben; Mehl, Backpulver und Salz vermischen. Nun in drei bis vier Schritten Milch und Mehl zügig unter den Teig mischen. Die Hälfte des Teiges in eine Kuchenform geben, den Kakao unter die andere Hälfte heben. Abschließend auch die Kakaomasse in die Form geben und alles mit einer Gabel einmal durchwirbeln. Den Kuchen für 60 Minuten bei 180º C backen.

 MilchmarmorEnde

Demnächst werde ich noch mehr Milch in den Kuchen tun. Mal sehen ab wann es schief geht…

Weiße Weinwurzeln

Zwiebelsuppe ist meine Lieblingssuppe. Da sind mir wirklich alle Konsequenzen egal! Und wie es sich gehört, kommt  da ein guter Schuss Weißwein hinein. Als mein Mitbewohner Wein für mich mitbringen sollte, fragte er, „willst du damit backen?“ Nein, wollte ich nicht – ausnahmsweise. Trotzdem, Weißwein im Brot ist eigentlich eine interessant Idee. In meinem Hinterkopf hatte ich noch diese Weißbrotwurzeln vom Plötzblog. Irgendwie schien die Assoziation zu passen. Also doch!

Weinwurzel_Beginn

Um den gewünschten Geschmack zu bekommen habe ich einen Großteil der Sahne im Ursprungsrezept durch Wein ersetzt. Außerdem schien es einen Versuch wert, etwas dunkleres Mehl zu verbacken. Das fertige Brot ist super geworden. Ich bin ein bisschen baff über diesen Treffer. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen spielen, aber sobald das Brot abgekühlt ist, entfaltet die Krume ein Weinaroma, welches ich von noch keinem Brot kannte.

Die Wurzelform lädt zum abreißen des Brotes ein, was ehrlich und herrlich zum Weinaroma passt. Die Sahne und der Wein geben dem Brot einen kernigen, würzigen Geschmack mit klarer, unaufdringlicher Weinnote. Der Restalkohol ist nicht zu schmecken, rundet aber das Gaumengefühl ab. Die Krume reißt schön faserig. Zum Brot passt Käse sehr gut, aber auch das pure Brot ist lecker. Für die Fotos musste ich das Brot vor meinen Mitbewohnern retten. Am nächsten Morgen war es dann schon aufgegessen.

Weinwurzel1

Achso, einen festen, leicht zu verarbeitenden Teig haben die Wurzeln auch noch. Hier das Rezept:

Poolish (20h):

  • 100g Weizenvollkornmehl;
  • 100g Wasser;
  • 0,1g Frischhefe (ungefähr zwei runde Reiskörner).

Hauptteig (90 Min. Stockgare + 90 Min. Stückgare):

  • Poolish;
  • 200g Weizenmehl 550;
  • 200g Weizenmehl 1050;
  • 125g Sahne;
  • 145g Weißwein;
  • 5g Frischhefe;
  • 8g Salz.

Den Poolish anrühren und 20h bei Raumtemperatur reifen lassen. Es sollte schön von Blasen durchzogen sein.

Für den Hauptteig, den Poolish und alle anderen Zutaten verkneten, bis ein elastischer, fester Teig entstanden ist, der sich vom Schüsselboden löst.

Den Teig für 90 Minuten zur Stockgare stellen, nach 30 und 60 Minuten falten.

Anschließend den Teig in zwei Teile teilen und diese zu 30cm langen Stangen verdrehen. Ihr könnt die Teiglinge durchaus beherzt verdrehen. Achtet aber darauf dass der Teig nicht reißt.

Die Stangen bemehlen und im Bäckerleinen für 90 Minuten zu Stückgare stellen.

Die beiden Stangen bei 250º C mit viel Dampf anbacken. Nach 10 Minuten den Dampf ablassen und bei für 20 Minuten bei 200º C ausbacken.

Auskühlen lassen und genießen!

 

Achso, noch ein kleiner Hinweis: Das Brot wird zwar bei 250º C gebacken, aber ihr solltet nicht darauf bauen, dass es keinen Alkohol mehr enthält. Das Brotinnere erreicht wesentlich geringere Temperaturen als die 250º C im Backraum. Der Alkohol im Wein kann deshalb weder verdampfen, noch anderweitig abgebaut werden. Er wird stattdessen, mit der restlichen Flüssigkeit, von der Stärke des Weizens eingeschlossen.

Weinwurzel_Ende

Kranichbeeren-Kamutbrot nach Levine

Kamutmehl. Viel habe ich davon gelesen, wenig gegessen. Also musste ein Sack Kamutmehl ins Haus. Mit der letzten Mehllieferung kam es dann und eine passende Rezeptidee kurz darauf auch. Da mein Mitbewohner ein paar Kranichbeeren (Cranberries) im Gefrierschrank „vergessen“ hatte, war es kein Problem diese Kranichbeerenbrote zu backen. Danke an Levine für’s Rezept und Danke an meinen Mitbewohner für die Beeren! (Er hatte sich dann beim Anblick des fertigen Brotes mit einem etwas bedauernden Blick an die Beeren erinnert.)

KranBeginn

Das Mehl war super, die Beeren leider etwas zu sauer. Ich habe mich vor allem auf die Bissen ohne die Beeren gefreut. Wahrscheinlich hätte ich, wie im Originalrezept, getrocknete Beeren benutzen sollen. Eine Gute Idee war es hingegen, die Brote nur mit Kamutmehl zu backen. Das Mehl trägt eine angenehme Süße im Geschmack und wirkt sehr proteinreich. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gedacht es wären Zucker und Ei im Teig. Der Geschmack des Kamutmehles wirkt sich auch auf den Sauerteig aus. Er ist noch milder und schmeckt noch milchiger als ein üblicher Weizensauerteig. Insgesamt wirkte das Kamutmehl von sich aus aromatischer und süßer als der heutzutage übliche Weizen.

Wie gesagt, ich würde beim nächsten Backen getrocknete Beeren benutzen, die am Abend zuvor in Wasser eingelegt wurden. Die Teigführung ist straight-forward, die Brotkrume schmeckt unaufgeregt gut. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, sind mir die Brote etwas in die Übergare gerutscht. Das war aber absolut kein Problem.

Als Kamutmehltest waren die Brote ein voller Erfolg. Insgesamt haben die sauren Beeren dem Genuss leider etwas entgegengestanden.

Kran1

Hier nun das Rezept für zwei Kranichbeeren-Kamutbrote.

Kamutsauerteig (20h bei Raumtemperatur):

  •  90g Kamutmehl;
  • 90g Wasser;
  • 9g Weizenanstellgut.

Hauptteig (1h Stockgare & 1h Stückgare):

  •  Kamutsauerteig;
  • 450g Kamutmehl;
  • 280g Wasser;
  • 6g Frischhefe;
  • 10g Olivenöl;
  • 9g Salz;

Zum einarbeiten:

  • 200g Kranichbeeren (frisch / aufgetaut).

Den Sauerteig anrühren und 20 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen, bis er von Blasen durchzogen ist.

Für den Hauptteig Sauerteig, Mehl, Wasser und Hefe fünf Minuten kneten. Dann Öl und Salz, während des Knetens, langsam zum Teig geben und alles verkneten bis ein gleichmäßiger Teig entstanden ist. Den Teig für eine Stunde bei Raumtemperatur zur Gare stellen.

Nun den Teig halbieren. Die Teiglinge fingerdick ausrollen, dann die Hälfte der Beeren auf je einem ausgerollten Teigling verteilen. Dabei einen Rand von 2cm zu allen Seiten lassen. Nun den Teig fest aufrollen, wobei die Beeren in den Teig gedrückt werden. Ziel ist es die Beeren gleichmäßig im Teig zu verteilen, ohne dass Beeren an der Außenseite der Brotlaibe sind. So verbrennen die Beeren nicht und man erhält eine schöne Kruste beim backen.

Nach dem aufrollen, die Teiglinge leicht nachformen und mit Schluss nach oben in einen bemehltes Gärkorb legen. Es folgt eine Stückgare von einer Stunde, in welcher die/der Bäcker/in gerne einen Kaffee trinken kann.

Die Teiglinge bei knapper Gare tief einschneiden und bei 240º C mit viel Dampf backen. Nach 10 Minuten den Dampf ablassen und die Temperatur auf 200º C senken. Noch weitere 35 Minuten ausbacken.

Viel Spaß beim backen und genießen!

KranEnde