Niederländischer Spekulatius-Birnenkuchen

Nanu – niederländischer Birnenkuchen?! Wenn die Niederländer für etwas bekannt sind, dann ist es doch eigentlich Apfelkuchen.

Nun, althergebracht ist dieses Rezept für Birnenkuchen tatsächlich nicht. Wenn man einen Niederländer fragt, ob er oder sie dieses Rezept kennt, wird die Antwort wahrscheinlich negativ ausfallen. Allgemeine Bekanntheit macht diesen Birnenkuchen auch nicht so typisch – obwohl es aus dem sehr bekannten niederländischen Rezeptheft Allerhande (Ausgabe September 2013) stammt.

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Dieser Kuchen benutzt Birnen, Orangenmarmelade, niederländisches Marzipan, Spekulatiuskekse und Spekulatiusgewürze. Vor allem die letzten drei Zutaten sind typisch niederländische Geschmäcker, die man nicht nur zu Weihnachten im Mund hat. Diese Zutaten sind es dann auch, die diesen Kuchen so typisch niederländisch machen.

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Der Kuchen passt übrigens herrlich in den Herbst. Nicht nur weil Birnen dann reif sind, sondern auch weil die Zutaten zum langsamer kälter werdenden Wetter passen. Wie man nach dem lesen der Zutaten schon vermuten kann, hat der Kuchen einen schweren, süßen und gewürzvollen Teig. Da kommt es etwas überraschend, dass die Krume alleine etwas langweilig wirkt. Kommt jedoch die süße, hoffentlich noch warme, gebackene Birne dazu, erhält man ein rundes, volles Aroma. Beim Essen verlangt dieser Kuchen also etwas Stapelgeschick.

Ich muss zugeben, man ärgert sich ein bisschen wenn man satt ist. Das Amandelspijs (Marzipan) und die Spekulatiuskrümel geben der Kruste Struktur, Saft und Aroma. Zusammen mit den Birnen ergeben diese Zutaten ein wirklich bereicherndes Geschmackserlebnis. Die Orangenmarmelade auf der Oberseite ist das sprichwörtliche Sahnehäubchen. Sie sitzt nicht nur zur Verzierung oben auf dem Kuchen sondern rundet den Geschmack genauso ab, wie man es sich wünscht.

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Ich hoffe ihr habt jetzt schon Lust zum nachbacken bekommen. Die Zutaten sind

  • 4 kleine/mittlere Birnen;
  • 1 El Zitronensaft;
  • 150g warme, weiche Butter;
  • 100g Amandelspijs (alternativ Marzipan);
  • 4 Eier;
  • 150g Mehl;
  • 1 El Spekulatiusgewürz;
  • 100g Spekulatiuskrümel.

Und zum bestreichen,

  • 5 El Orangenmarmelade.

Den Kuchen bei 160° C für 40 Minuten, mit der Orangenmarmelade bestreichen und für weitere 10 Minuten in den Ofen stellen. Anschließend noch 10 Minuten im ausgeschalteten Ofen stehen lassen.

Man beginnt, wie so oft, mit dem Ofen. Diesmal sollte er auf 160° C vorgeheizt werden. Anschließend schält man die Birnen, entkernt sie und beträufelt sie mit Zitronensaft. Für den optischen Genuss empfehle ich die Stiele dran zu lassen.

Den Kuchenteig macht man auf die übliche Weise. Das heißt. man rührt zuerst die zimmerwarme Butter cremig und rührt dann das Amandelspijs in die Butter. Anschließend rührt man die Eier einzeln in die Masse. Bevor das nächste Ei eingerührt wird, sollten die vorigen Eier vollständig Teil der Masse sein. Spekulatiusgewürz, Salz und Mehl vermischen und in die Masse sieben. Kurz durchrühren bis das Mehl grob eingerührt ist. Nun hebt man die Spekulatiuskrümel unter die Masse, bis alles gut vermischt ist, aber auch nicht länger.

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Jetzt kommt die Masse in die Kastenform. Die Birnen werden tief in die Masse gedrückt. Wenn alle Birnen glücklich in der Form liegen und keck nach links und rechts schauen kommt der Kuchen in den Ofen.

Nach 30 Minuten holt man den Kuchen kurz heraus, gibt die Orangenmarmelade auf den Kuchen und verteilt sie mit einem Backpinsel. Der Kuchen geht jetzt zurück in den Ofen. Ein bisschen Flüssigkeit auf dem Kuchen macht nichts. Nach 10 Minuten schalten man den Ofen aus und lässt den Kuchen etwas im geschlossenen Ofen abkühlen.

Eine paar Anmerkungen zum Schluss: Das Ursprungsrezept benutzt halbe Birnen und eine flachere Kastenform. Das ist einfacher beim entkernen, praktischer beim Essen und man kann auch die Stilfasern am oberen Birnenteil besser entfernen. Ich habe ganze Birnen benutzt. Dadurch hat man keine Probleme die Stile an den Birnen zu lassen. Der Nachteil ist, dass man kaum die Fasern vom Stil entfernen kann. Persönlich ist es mir egal, aber manche haben lieben keine Fasern. Es sei aber Euch überlassen, wie Ihr den Kuchen machen wollt.

Amandelspijs ist eine Art Marzipan, dass man hier in jedem Supermarkt kaufen kann. Es hat einen höheren Zuckeranteil als Marzipan und manchmal befindet sich auch ein Ei in der Masse.

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