Falsche Orangen – fast besser als das Original

Als ich vor einiger Zeit ein paar Gedanken über Windbeutel und Brandteig niedergeschrieben hatte, störte es mich vor allem dass Brandteig ziemlich stiefmütterlich behandelt wird. Es ist eine einzige traurige Kreativlosigkeit. Ein erster Schritt war es Spinat in den Teig zu geben. Das fügte ein angenehmes Aroma in den Teig. Aber ganz zufrieden war ich noch nicht, weil leider doch sehr viel Spinatgeschmack verloren geht. Es war mehr eine Inspiration. Jetzt konnte ich einen zweiten Schritt machen. Und ich muss sagen, ich bin selbst überrascht wieviel im Brandteig steckt. Die falschen Orangen sind innerhalb einer Stunde gemacht und sind eine kleine Besonderheit.

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Die Idee hinter meinen falschen Orangen ist es, das Orangenaroma in den Brandteig zu bringen; vielleicht sogar, das Aroma noch etwas besser zu machen als das orginale Orangenaroma (falls das überhaupt möglich sein kann). Durch den Brandteig werden die falschen Orangen sprichwörtlich luftig und locker leicht. Die falschen Orangen sind überzogen mit einem süßen Orangensaftsirup, der ihnen eine runden Abschluss gibt.

Der Geschmack der falschen Orangen ist süß, intensiv und wirklich orangig. Weil es so kleine Happen sind, kann man sie quasi einatmen. Ich wollte sie eigentlich füllen, aber bis jetzt hat mich noch keine Füllung überzeugt. Eine Füllung aus Orangen und Kräutern ist zwar nicht schlecht, aber macht die falschen Orangen auch nicht besser. Falls jemand eine gute Idee hat, würde ich sie liebend gerne hören.

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Rezept für falsche Orangen:

Für den Teig:

  • 200g Orangensaft;
  • 50g Butter;
  • 100g Mehl;
  • 3 Eier (Größe M, ca. 160g);

Für den Sirup:

  • 50g Orangensaft;
  • 50g brauner Zucker.

 

Die falchen Orangen werden wie normaler Brandteig hergestellt und anschließend im Sirup getränkt. Um den Brandteig herzustellen, den Orangensaft mit der Butter kurz aufkochen. Dann vom Herd nehmen und das Mehl einsieben, während man mit einem Holzlöffel rührt. Durch die heiße Flüssigkeit verklebt das Mehl und bildet eine dicke zusammenhängende Masse. Wenn die Masse auf ungefähr 40°C  abkühlt ist, kann man die Eier mit einem Schneebesen einzeln unterrühren.

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Die Masse sollte nun in möglichst rundern Bällen auf ein Backblech gegeben werden. Ich nehme dafür immer zwei Teelöffel. Die Häufchen sollte man mit der nassen Rückseite eines Teelöffels gut glatt streichen. Dabei sollte man die Oberfläche der Teigbällchen idealerweise mit anfeuchten.

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Bei 180°C  müssen die falschen Orangen für ungefähr 20 bis 25 Minuten in den Ofen. Nach 10 Minuten und später noch ein zweites Mal sollte man den Backofen leicht öffnen um Dampf abzulassen. Die falschen Orangen sollten schön trocken aus dem Ofen kommen. Bei mir werden sie auch immer recht braun an der Oberseite. Wenn die falschen Orangen nicht trocken sind, fallen sie später leicht zusammen.

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Nach dem Backen sollten die kleinen Bällchen gut ausdampfen und auskühlen. (Falls man sie zu früh dem Sirup aussetzt fallen sie zusammen.)

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Für den Sirup, Orangensaft und die gleiche Menge braunen Zucker in einen sehr kleinen Topf geben. Zusammen aufkochen und danach leicht köcheln lassen. So viele Teiglinge in den Sirup legen, dass angenehm Platz im Topf ist und nach einer halben Minute wenden. Die Bällchen sollten von allen Seiten vom Sirup bedeckt sein. Anschließend zum abtropfen aus dem Sirup nehmen.

 

Eigentlich will Brandteig je gefüllt werden, aber die falschen Orangen sind da etwas eigen. Ich habe noch keine gute Füllung gefunden. Schokolade verdirbt das Aroma, auch sehr orangenlastige Füllungen fügen nicht wirklich etwas hinzu. Die beste Füllung bestand, meiner Ansicht nach, aus kleinen Stücken von filetierter Orange mit Basilikum. Über weitere Vorschläge bin ich mehr als dankbar.

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Die falschen Orangen schmecken am ersten Tag am besten, vor allem wenn sie noch warm sind. Ich habe sie al kleine Häppchen zum Tee serviert. Durch den Brandteig bekommen die falschen Orangen eine besondere Konsistenz, die mit keinem Kuchen vergleichbar ist. Genießt sie!

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